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Zehn Jahre TiK-SH Traumapädagogik in Kitas in der Kindertagespflege und Familienzentren „Ich sehe dich.“

Mit einem Fachtag im Wissenschaftszentrum Kiel feiern heute rund 120 Fach- und Leitungskräfte ein besonderes Jubiläum: Seit zehn Jahren unterstützt TiK-SH Traumapädagogik in Kindertagesstätten, in der Kindertagespflege und Familienzentren Fachkräfte im Umgang mit hochbelasteten und traumatisierten Kindern. Das vom Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein geförderte und finanzierte Angebot ist längst ein unverzichtbares Qualitätsmerkmal der frühkindlichen Bildung im Land.

Sozialministerin Aminata Touré: „Noch immer machen leider viel zu viele Kinder belastende oder traumatisierende Erfahrungen. Mein großer Dank gilt allen pädagogischen Fachkräften, die sich seit zehn Jahren täglich mit großem Engagement den unterschiedlichen Bedürfnissen dieser Kinder in der Betreuung widmen. Ihre Arbeit verlangt fachliche Kompetenz, Empathie und eine hohe Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterentwicklung. Ich bedanke mich auch bei allen Mitarbeitenden von TiK-SH, die jeden Tag ihr Wissen in die Praxis tragen und mit viel Feinfühligkeit und Professionalität dazu beitragen die Kita-Landschaft für unsere Kinder und die Fachkräfte ein Stück besser zu machen. Diese gemeinsame Arbeit ist eine ganz wichtige Voraussetzung, damit besonders belastete Kinder wirklich umfassend an der frühkindlichen Bildung und Betreuung teilhaben können.“

Der Fachtag steht unter dem Motto „Ich sehe dich" – ein zentraler Gedanke der Traumapädagogik. Denn Kinder mit belastenden Erfahrungen brauchen Bezugspersonen, die sie wirklich wahrnehmen, ihre Bedürfnisse erkennen und ihnen helfen, wieder Stabilität und Vertrauen zu finden. Viele der Teilnehmenden des Jubiläumsfachtags bringen bereits traumapädagogische Vorerfahrung mit. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Fachvortrag von Dr. med. Andreas Krüger zum Thema „Traumasensible Kitas machen einen Unterschied“, ein Podiumsgespräch zu Erfolgen und Herausforderungen der letzten zehn Jahre sowie ein interaktives Austauschformat.

Körperliche oder sexuelle Gewalterfahrungen, Vernachlässigung, das Erleben häuslicher Gewalt, der Verlust von Bindungspersonen, das Miterleben von Krieg und Flucht oder chronische Stresserfahrungen können bei Kindern tiefe seelische Verletzungen hinterlassen. TiK-SH setzt dort an, wo betroffene Kinder täglich betreut werden: in den Kindertagesstätten, in der Kindertagespflege und in den Familienzentren. Durch Beratung, Fortbildung und Supervision werden Fachkräfte in ihrer Handlungssicherheit gestärkt und qualifiziert, um Belastungen frühzeitig zu erkennen, angemessen zu reagieren und sichere Orte für betroffene Kinder zu schaffen. Das Angebot ist für die Einrichtungen unentgeltlich. Umgesetzt wird TiK-SH Kita vom Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein e. V., Wendepunkt e. V. und dem IBAF – Institut für berufliche Aus- und Fortbildung gGmbH. Gemeinsam leisten die drei Träger eine flächendeckende Umsetzung des Angebotes in ganz Schleswig-Holstein.

Traumapädagogische Kompetenz in den Einrichtungen stabilisiert nicht nur die einzelnen betroffenen Kinder, sondern die gesamte Kitagruppe – und ist damit ein wesentlicher Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit in der frühkindlichen Bildung. Wer früh unterstützt und stärkt, spart zudem auf lange Sicht erhebliche Kosten im Hilfesystem.

Hintergrund:
TiK-SH Traumapädagogik in Kitas und Familienzentren wird seit 2016 durch das Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein gefördert und finanziert. Kitas, Familienzentren und Mitarbeitende der Kindertagespflege erhalten landesweit umfassende Unterstützung, Begleitung und Qualifizierung zur Steigerung der Handlungssicherheit im Umgang mit hochbelasteten und traumatisierten Kindern.

Weitere Infos zu TiK-SH: https://tik-sh.de/


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