31.03.2021 11:50

Vertrauenshilfe

Die „Vertrauenshilfe“ des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein:
Mehr als ein Recht auf Beschwerde!

KIEL Nach vier Jahren Modellphase geht es jetzt mit der ‚Vertrauenshilfe‘ des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein weiter. „Unsere ombudschaftliche Arbeit hat sich sehr bewährt und als wichtiges Instrument der Kinder- und Jugendhilfe erfolgreich etabliert. Im Rahmen der ‚Vertrauenshilfe‘ werden landesweit Kinder und Jugendliche durch vielfältige Angebote in ihren Rechten und ihrem Schutz gestärkt, Fachkräfte in der Entwicklung einer ombudschaftlichen Haltung unterstützt sowie zielgerichtete Einzelfallberatungen und Beschwerdemöglichkeiten angeboten“, freut sich die Geschäftsführerin des DKSB LV SH Susanne Günther.

Seit April 2017 wurden mit dem zuvor durch die Aktion Mensch e.V. geförderten Modellprojekt, das jetzt mit Mitteln des Landes aus dem Haushalt 2021 fortgeführt wird, wertvolle Erfahrungen und Ergebnisse für das ombudschaftliche Arbeiten in der Kinder- und Jugendhilfe gewonnen, die ab heute (01.04.2021) unter www.vertrauenshilfe.de einsehbar sind. Der Kinderschutzbund SH lädt Fachkräfte sowie Interessierte in ganz Schleswig-Holstein dazu ein, anhand der Abschlussbroschüre und informeller Videostate­ments verschiedener Expert*innen unterschiedliche Blicke auf das ombudschaftliche Arbeiten sowie Beschwerde­verfahren und Kinderrechte zu werfen. „Es wurde viel erreicht, deshalb freuen wir uns auch sehr, dass wir im Rahmen einer Landesförderung ab April 2021 weiterhin als „Vertrauenshilfe“ tätig sein zu können“, begrüßt die DKSB LV SH - Geschäftsführerin Günther die Zusage von finanziellen Mitteln.

„Mit den Ombudsstellen sind neue Strukturen geschaffen worden, die durch die Mittel des Landes erhalten bleiben und weiterentwickelt werden können“, sagt Sozialminister Heiner Garg. „Der ombudschaftliche Gedanke in der Kinder- und Jugendhilfe wird dadurch erheblich gestärkt. Schleswig-Holstein setzt damit ein klares Zeichen für die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Erziehungshilfe-Einrichtungen“, so Garg.

Ombudschaftliches Handeln im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention bedeutet, Kinder und Jugendliche zu befähigen, eigenverantwortlich zu handeln. Von Anfang an legte der DKSB SH daher darauf Wert, Kinder und Jugendliche als Zielgruppe bei der Entwicklung der ‚Vertrauenshilfe‘ aktiv zu beteiligen. So entstanden unter anderem niedrigschwellige, einfache und ihrer Lebenswelt entsprechende Beratungs- und Informationsmöglichkeiten. „Kinder und Jugendliche müssen in die Lage versetzt werden, Verletzungen ihrer Rechte zu erkennen. Erst dann werden sie sich selbstständig oder mit der Unterstützung von zugewandten Fachkräften ein eigenes Urteil bilden und Hilfe holen“ fasst Michaela Beersiek, Fachreferentin für Ombudschaft und Beschwerdeverfahren in der stationären Kinder- und Jugendhilfe das Angebotsziel zusammen.

„Mit der Vertrauenshilfe sehen wir uns als Botschafter für dieses noch relativ junge Kinderschutz-Thema“, betont Landesgeschäftsführerin Susanne Günther mit Blick auf die anhaltende finanzielle Förderung des Projektes. „Auch in Hinblick auf die SGB VIII-Reform wird damit ein wichtiges bundesweit sichtbares Signal für die qualitative Weiterentwicklung von ombudschaftlichen Angeboten und Beschwerdemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein gesetzt“, sagt Susanne Günther.



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