20.11.2020 09:21

Schutzkonzepte

Kinderschutzbund SH für Schutzkonzepte in der Pflegekinderhilfe

KIEL Im Hinblick auf die 37. Tagung des schleswig-holsteinischen Landtags begrüßt der Kinderschutzbund SH, dass die Situation von Pflegefamilien in Schleswig-Holstein[1] wieder verstärkt in den Fokus genommen wird. „Es ist wichtig, mithilfe des aktuellen Berichtes einen guten Überblick über Zahlen, Daten und Fakten zur Pflegekinderhilfe hier in Schleswig-Holstein zu bekommen. Denn wie auch die letzten bundesweiten Kinder- und Jugendhilfestatistiken zeigen, gewinnt die Pflegekinderhilfe als Hilfeform für alle Kinder und Jugendlichen zunehmend an Bedeutung“, bestätigt die Landesvorsitzende Irene Johns. „Sie deckt inzwischen fast die Hälfte der stationären Unterbringungen in den Hilfen zur Erziehung ab. So wurde z.B. 2018 in fast 3.200 Fällen in Schleswig-Holstein eine Vollzeitpflege durch die Jugendämter gewährt“, so Johns weiter.

Pflegefamilien übernehmen für eine bestimmte Zeit oder auch auf Dauer die Betreuung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr bei ihren leiblichen Eltern leben können. Dabei handelt es sich um eine Form der Hilfe zur Erziehung nach dem SGB VIII.

„Sie ist die einzige Hilfeform, bei der wir es überwiegend nicht mit Fachkräften zu tun haben. Deshalb ist eine professionelle Unterstützung der Pflegefamilien aus Sicht des Kinderschutzbundes auch umso wichtiger“, betont Irene Johns. „Das Beziehungsgefüge zwischen Pflegekind, Pflegeeltern und leiblichen Eltern kann überaus herausfordernd sein und sollte daher immer fachkundig begleitet werden, um die bestmöglichen Voraussetzungen für die gesunde Entwicklung sowie das Wohl des Kindes zu gewährleisten und den Eltern zur Seite zu stehen“, fordert die Landesvorsitzende.

Nicht nur in Bezug auf die Pflegekinderhilfe arbeitet der Kinderschutzbund SH schon seit langem an dem Thema Schutzkonzepte und macht sich für deren Umsetzung stark. „Überall dort wo Kinder und Jugendliche in einem engen Verhältnis mit hilfeleistenden Erwachsenen stehen, sollten Schutzkonzepte selbstverständlich sein. Es geht darum, strukturelle Rahmenbedingungen zu schaffen, in dem alle Beteiligten sicher zum Wohl des Kindes agieren können und dem Bedürfnis der Pflegekinder nach Schutz, Förderung und Beteiligung nachgekommen wird“, erläutert Irene Johns. „Gerade auch vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen aus der DKSB SH - „Vertrauenshilfe“ bewerten wir es als positiv, dass der Referentenentwurf zur SGB VIII Reform Schutzkonzepte in Pflegefamilien aufgreift. Es ist eine Chance, Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien in ihren Rechten zu stärken sowie die Prävention und die Hilfe im Krisenfall zu verbessern“, sagt die DKSB LV SH-Vorsitzende Johns.



[1] Bericht der Landesregierung Drucksache 19/2542 – Situation von Pflegefamilien in Schleswig-Holstein



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