28.10.2020 08:23

Schule

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein: Kinder haben ein Recht auf Schutz und Sicherheit in der Schule

KIEL Der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein begrüßt den für die kommende Landtagssitzung geplanten Antrag „Gewalt in Schule wirkungsvoll thematisieren und vorbeugen – sexualisierte Gewalt im Fokus“[1], mahnt aber an, dass neben sexualisierter Gewalt alle Gefährdungslagen von Gewalt gegen Kinder in den Blick genommen werden müssen. „Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz und Sicherheit in Institutionen. Schulen haben einen Bildungs- und Erziehungsauftrag, was ganz selbstverständlich auch diesen Schutzauftrag beinhaltet. Um diesem bestmöglich gerecht zu werden, müssen die strukturellen Rahmenbedingungen dringend ausgebaut werden. Deshalb ist der Antrag ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, freut sich die Landesvorsitzende des DKSB SH Irene Johns und erinnert daran, dass Kinder und Jugendliche sich einen Großteil ihres Alltages in der Schule bzw. in schulischen Angeboten aufhielten. „Deshalb muss auch gerade hier ein Schutzkonzept, wie es beispielsweise weiteren Institutionen wie Kita und stationärer Jugendhilfe längst üblich ist, obligatorisch werden“ fordert Johns. „Allerdings ist es bei entsprechenden Maßnahmen von grundlegender Bedeutung, dass wirklich alle Gefährdungslagen von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche thematisiert werden, was neben sexualisierter natürlich auch psychische und physische Gewalt beinhaltet“, mahnt die Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche.

 

Der Kinderschutzbund SH arbeitet seit langem an dem Thema Schutzkonzepte und macht sich für deren Umsetzung stark, damit die Rechte von Kindern und Jugendlichen geachtet werden. „Überall wo Hauptamtliche sowie Ehrenamtliche mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten, sollten Schutzkonzepte selbstverständlich sein. Sie stärken Fachkräfte in ihrem professionellen Handeln und helfen ihnen gegebenenfalls, Unsicherheiten im Umgang mit von Gewalt betroffenen Kindern aufzulösen. Diese Schutzkonzepte dienen allen Beteiligten sowohl als Hilfe in einer Krise, als auch zur Prävention“, betont Irene Johns.

 

Für den Kinderschutzbund SH sind institutionalisierte Schutzkonzepte, die die Sensibilisierung und Qualifizierung von Lehrkräften und weiterem Schulpersonal sicherstellen, sowie ein Beschwerdemanagement vorsehen, Partizipation der Schülerinnen und Schüler ermöglichen, eine Qualitätssicherung gewährleisten sowie verbindliche Regeln zum Umgang mit Nähe und Distanz im Schulalltag aufstellen in ihrer praktischen Umsetzung vor Ort ein unverzichtbarer Beitrag zu aktiv gelebtem Kinderschutz. „Institutionalisierte Schutzkonzepte leisten einen wichtigen Beitrag, die Schule zu einem sicheren Ort zu machen und schaffen so für Kinder und Jugendliche bestmögliche Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen“, so die Landesvorsitzende Irene Johns.

 



[1] Schleswig-holsteinischer Landtag Drucksache 19/2508



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