18.06.2021 08:43

Pflegekinderwesen

Der Kinderschutzbund SH fordert mehr Qualitätentwicklung

Im Hinblick auf die für die aktuelle Landtagssitzung geplante Vorlage des Berichts der Landesregierung (Drucksache 19/2542) zur Situation von Pflegefamilien in Schleswig-Holstein reagiert der Kinderschutzbund LV SH zurückhaltend. „Wir haben uns natürlich gefreut, dass die Situation von Pflegekindern und Pflegefamilien verstärkt in den Blick genommen wurde. Denn allein 2018 wurde für fast 3.200 Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein eine Vollzeitpflege durch die Jugendämter gewährt – jedes fünfte Kind war unter sechs Jahren“, berichtet die DKSB LV SH Landesvorsitzende Irene Johns „Vor diesem Hintergrund ist es allerdings unverständlich, dass der Bericht in weiten Teilen nur eine Situationsbeschreibung über Zahlen, Daten und Fakten sowie einen Überblick über im Pflegekinderwesen beteiligten Akteur*innen gibt und wenig Rückschlüsse über die Qualität der Pflegekinderhilfe in Schleswig-Holstein enthält“, kritisiert Johns.

Der Kinderschutzbund LV SH empfiehlt, den vorliegenden Bericht als Ausgangspunkt für eine Qualitätsdiskussion und -entwicklung der Pflegekinderhilfe in Schleswig-Holstein zu nutzen. Er fordert die Stärkung von Fachkräften, Schutzkonzepte, Partizipations- und Beschwerdemöglichkeiten für Pflegekinder, fachliche Begleitung, Qualifizierung und stärkere Anerkennung der Pflegefamilien sowie die Einbindung des Pflegekinderdienstes in die lokalen Netzwerke des Kinderschutzes verbindlich bei der Entwicklung und Gestaltung spezieller Konzepte für die Pflegekinderhilfe einzubeziehen. „Das Ziel sollte sein, in ganz Schleswig-Holstein bestmögliche Voraussetzungen für eine gute Betreuung und Förderung von Pflegekindern zu schaffen. Es reicht nicht, nur den Status Quo zur Kenntnis zu nehmen und dann zur Tagesordnung überzugehen. Wir brauchen zum Wohl der Pflegekinder in Schleswig-Holstein eine konsequente Qualitätsentwicklung “, mahnt Irene Johns.



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