18.06.2019 12:58

Nummer gegen Kummer

Sommer, Sonne, Zeugniszeit!

Wenn das Schuljahrsende von schlechten Schulnoten überschattet wird

KIEL Für die meisten Schülerinnen und Schüler endet das Schuljahr mit der Freude auf die Sommerferien. Urlaub, Sonne, Schwimmbad und vor allem freie Zeit haben dann für viele Priorität. Kurz vor den Zeugniskonferenzen und möglichen schlechten Noten können aber Ängste und Sorgen als dunkle Wolken aufziehen: Wie sage ich es meinen Eltern? Geben mir die Lehrer noch eine Chance? Wie kann ich es schaffen, meine Noten zu verbessern?

Oft verschärfen sich die negativen Gefühle noch, wenn es z.B. zu Konflikten mit den Eltern kommt. Sich dann vor einem schwierigen Gespräch jemandem anvertrauen zu können, kann helfen Ängste abzubauen und einen guten Lösungsweg für die individuelle Situation zu finden. „Wir hören den frustrierten Kindern und Jugendlichen zu und versuchen, sie mit ihren Gefühlen aufzufangen. Im zweiten Schritt überlegen wir dann gemeinsam, wie man die Situation angeht“, so Matthias Hoffmann, Koordinator der Landesarbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendtelefone und Elterntelefone in Schleswig-Holstein.

Wenn die Eltern dann ihre Enttäuschung auf Grund schlechter Zeugnisse auf ihre Kinder übertragen, verschärft sich die Situation für die Kinder zusätzlich. Hier gilt es besonnen zu reagieren. „Den Eltern raten wir, ihre Kinder, die sich oft selbst am meisten über ihre schlechten Noten ärgern, erst einmal aufzufangen und ihnen zuzuhören. Gemeinsam kann dann in Ruhe besprochen werden welche Maßnahmen helfen können, damit die Noten Stück für Stück wieder besser werden“, so Matthias Hoffmann weiter.

Neben schulischen Themen wie schlechte Noten und Zeugnisse geht es am Kinder- und Jugendtelefon um eine Vielzahl an Themen, die Kinder und Jugendliche beschäftigen und belasten. Dazu zählen vor allem psychosoziale Probleme, Liebe und Partnerschaft sowie Probleme und Konflikte mit den Eltern bzw. in der Familie.

Kinder und Jugendliche sind mit allen Themen willkommen. Das zeigt sich auch in der großen Bandbreite der Gesprächsinhalte, die an unseren Beratungsangeboten besprochen werden. Kinder und Jugendliche nehmen unser unkompliziert und gut zu erreichendes Beratungsangebot gerne an“,erläutert Susanne Günther, Landesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes.

Die „Nummer gegen Kummer“ macht es sich seit 1980 zur Aufgabe, Heranwachsenden ein deutschlandweit kostenloses und anonymes Gesprächsangebot zur Verfügung zu stellen. Eltern können seit 2001 das bundesweite Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ nutzen - auch um sich kompetente Beratung zu schulischen Themen zu holen. Die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater der „Nummer gegen Kummer“ sind mit den Sorgen und Nöten der Anrufenden durch ihre oft langjährige Erfahrung, aber auch durch regelmäßige Fortbildungen, vertraut. 

Für Eltern ist das Elterntelefon in Schleswig-Holstein montags bis freitags von 9 – 11 Uhr und dienstags und donnerstags von 17-19 Uhr unter der bundesweiten Telefonnummer 0800 – 111 0 550 zu erreichen.

Für Kinder und Jugendliche ist die Nummer gegen Kummer kostenfrei und anonym unter 116111 montags bis freitags von 14 bis 20 Uhr zu erreichen. Wer lieber mit Gleichaltrigen über seine Sorgen spricht, sollte samstags von 14 bis 20 Uhr anrufen, wenn das Kinder- und Jugendtelefon in Kiel mit jugendlichen Beratern besetzt ist. Für die anonyme E-Mail-Beratung können sich Jungen und Mädchen auf der Internetseite der Nummer gegen Kummer e.V. www.nummergegenkummer.de einen Zugang einrichten.

Hintergrund:

In Schleswig-Holstein sichern verschiedene Standorte das Beratungsangebot der Nummer gegen Kummer: Das Kinder- und Jugendtelefon hat Standorte in Bargteheide, Kiel und Lübeck, das Elterntelefon in Bad Oldesloe, Kiel und Neustadt/Holstein in der Trägerschaft der entsprechenden Ortsverbände des Deutschen Kinderschutzbundes bzw. in Lübeck durch die Gemeindediakonie. Der Landesverband des Kinderschutzbundes koordiniert die Landesarbeitsgemeinschaft der Telefone in Schleswig-Holstein. In Schleswig-Holstein finanziert sich dieses Angebot sich über Spenden und über die Förderung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein.

 



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