12.11.2019 10:14

Mobiler Platz der Kinderrechte

 Kinderschutzbund schickt mobilen Platz der Kinderrechte auf Schleswig-Holstein-Tour

KIEL Der Mobile Platz für Kinderrechte des Kinderschutzbundes LV SH verlässt heute das Landeshaus und geht auf Schleswig-Holstein-Tour. Schirmherr und Landtagspräsident Klaus Schlie begleitet zusammen mit der DKSB LV SH-Vorsitzenden Irene Johns den Abbau der transportablen Litfaßsäule, auf der sich zahlreiche Politiker in Bild und Text zu Kinderrechten bekannt haben, und schickt sie auf den Weg zur nächsten Station nach Wedel. „Kinderrechte müssen immer und überall ernstgenommen werden – nicht nur hin und wieder und an bestimmten Orten. Dafür ist der mobile Platz der Kinderrechte ein hervorragendes Symbol. Er ist ein kleiner Leuchtturm, der nicht nur über die Rechte von Kindern informiert, sondern sie auch unübersehbar macht. Ich freue mich, dass die Litfaßsäule nach einem erfolgreichen Auftakt im Landeshaus jetzt durch Schleswig-Holstein tourt und sich auf den Weg macht zu einer kinderfreundlicheren Gesellschaft“, sagt Klaus Schlie zur Verabschiedung der Kinderschutzbund-Aktion.

Seit der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung „Zeit für Kinderrechte“ am Weltkindertag 2019 durch Klaus Schlie und Familienminister Dr. Heiner Garg als weiterer Schirmherr des DKSB-Projektes, sowie der Kinderschutzbund-Landesvorsitzenden Irene Johns steht der mobile Platz der Kinderrechte im Foyer des Landeshauses. „Die starke Signalwirkung der Proklamation, mit der wir uns vereint für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz stark machen, wird durch die Reise des Platzes der Kinderrechte durch das Land noch einmal um ein Vielfaches verstärkt und die Botschaft wird weiter ins Land getragen“, freut sich Irene Johns. „Wo die Kinderrechte-Litfaßsäule steht, ist es unübersehbar: Wir in Schleswig-Holstein setzen uns dafür ein, dass Kinderrechte mit allen Beteiligungs-, Förder- und Schutzrechten und dem Vorrang des Kindeswohl Verfassungsrealität werden.  Ein starkes Zeichen für alle Kinder – nicht nur im Norden, sondern in ganz Deutschland“, betont die Landesvorsitzende.

Unterstützt durch die Orts- und Kreisverbände des Kinderschutzbundes wandert der mobile Platz der Kinderrechte vom Landtag aus durch schleswig-holsteinische Kommunen. Als temporäre Aktion soll er über die Rechte der Kinder aufklären und so sensibilisieren, zum anderen gibt er Städten die Chance, ein klares Zeichen zu setzen. Am 20. November 2019, dem Internationalen Tag der Kinderrechte, wird er in Wedel eröffnet. Weitere Stationen, wie zum Beispiel Flensburg, Rendsburg und Neumünster, sind in Planung. Die Aktion „Zeit für Kinderrechte“ wird gefördert vom Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein.

„Gemeinsam stark für die Rechte der Kinder – damit bezieht Schleswig-Holstein weithin sichtbar Position“, so Irene Johns.

 

HINTERGRUND:

30 JAHRE UN-KINDERRECHTSKONVENTION
Am 20. November 1989 wurde das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, kurz UN-Kinderrechtskonvention, von der UN-Generalversammlung angenommen und trat erstmals am 2. September 1990, in Deutschland am 5. April 1992, in Kraft. Der Text beinhaltet 41 Artikel zu den Rechten von Kindern, darunter die Chancengerechtigkeit durch Bildung, das Aufwachsen ohne Gewalt, die Förderung eines gesunden Lebens und gesunder Umweltbedingungen sowie die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. In Schleswig-Holstein wurden die Kinderrechte im Jahr 2010 in die Landesverfassung aufgenommen, allerdings ohne das Recht auf Beteiligung.

GEMEINSAME ÖFFENTLICHE ERKLÄRUNG „ZEIT FÜR KINDERRECHTE“ vom 20.09.2019
Proklamation des Kinderschutzbundes LV SH und des Landes Schleswig-Holstein, um die Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention abzusichern. Darin wurden folgende Eckpunkte für eine Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz als unverzichtbar festgesetzt:

  • das Recht auf Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit,
  • die Berücksichtigung des Wohls von Kindern bei allem staatlichen Handeln,
  • das Recht des Kindes auf kindgerechte Lebensbedingungen,

das Recht des Kindes auf Beteiligung – entsprechend seines Entwicklungsstandes – bei staatlichen Entscheidungen, die seine Rechte betreffen.


DKSB-Vorsitzende Irene Johns und Landtagspräsident Klaus Schlie transportierten den Mobilen Platz der Kinderrechte eigenhändig aus dem Landtag (Foto DKSBLVSH/Frank Molter)

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