19.09.2020 18:46

Mobiler Platz der Kinderrechte

Mobiler Platz der Kinderrechte auf Tour durch SH

Zum Weltkindertag Eröffnung in Heide

KIEL/HEIDE Der Mobile Platz der Kinderrechte des Kinderschutzbundes Landesverband SH ist heute (19. September 2020) am Vortag des Weltkindertages in der Kundenhalle („S-Treffpunkt“) der Sparkasse Westholstein in der Filiale am Markt in Heide eröffnet worden. Vier Wochen wird die transportable Litfaßsäule auf Einladung der Stadt Heide und des Kinderschutzbundes Ortsverband Heide auf Kinderrechte aufmerksam machen und vielfältige Informationen bereitstellen. Seit September 2019 tourt der Mobile Platz der Kinderrechte durch Schleswig-Holstein.

„Wir in Schleswig-Holstein setzen uns dafür ein, dass Kinderrechte mit allen Beteiligungs-, Förder- und Schutzrechten sowie dem Vorrang des Kindeswohls Verfassungsrealität im Grundgesetz werden. Zum Weltkindertag erinnern wir besonders an das Recht auf Beteiligung – wir haben zuletzt während des Lockdowns feststellen müssen, dass unsere Gesellschaft die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen viel zu wenig im Bewusstsein hat. Die Belange von Kindern und Jugendlichen wurden zu wenig berücksichtigt“, sagte Irene Johns zur Übergabe des Mobilen Platzes der Kinderrechte in Heide. „Ein guter Weg könnte sein, nach zehn Jahren den Text der schleswig-holsteinischen Verfassung zu überarbeiten und der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen besonderes Gewicht zu verleihen“, so Irene Johns weiter, Kinderrechte waren 2010 in die Landesverfassung aufgenommen worden, nachdem der Kinderschutzbund gemeinsam mit dem Sozialverband und der AWO eine Volksinitiative durchgeführt hatte.

Landtagspräsident Klaus Schlie, gemeinsam mit Familienminister Dr. Heiner Garg Schirmherr des Mobilen Platzes der Kinderrechte, erklärte: „Auf die Rechte von Kindern muss immer und überall aufmerksam gemacht werden – der Mobile Platz der Kinderrechte ist dafür ein sehr wirkungsvolles Mittel. Er erinnert uns daran, dass wir alle immer und überall hinsehen und zuhören, uns für Kinder stark machen und sie selbst stärken müssen.“

Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat bekannte bei der Eröffnung zu den Kinderrechten: „Der Wert einer Gemeinschaft bemisst sich danach, wie sehr sie ihre schwächsten Mitglieder mitnimmt und schützt. Und zu denen gehören ganz besonders die Kinder.“

Kreispräsidentin Ute Borwieck-Dethlefs stellte fest: „Kinderrechte sollten eine Selbstverständlichkeit sein, zumal in einem freiheitlich, demokratischen Rechtsstaat wie dem unserem. Leider erleben wir immer wieder, dass dies nicht so ist. Umso wichtiger ist es immer und überall auf die Rechte der Kinder und Jugendliche aufmerksam zu machen.“

„Der Mobile Platz der Kinderrechte macht an einer zentralen Stelle in der Stadt Kinder und ihre Rechte sichtbar. Damit ist die Ausstellung in Heide ein guter Anfang, um Kindern und ihren Rechten in unserer Stadt mehr Sichtbarkeit zu geben. Unser Ziel, einen festen Platz oder eine Straße in Heide den Kinderrechten zu widmen, erfährt in Politik und Verwaltung unserer Stadt Unterstützung, darüber freuen wir uns sehr und haben so die Aussicht, dass wir uns 2021 zum Weltkindertag zur Einweihung wiedersehen!“, sagte Friedrich Theurer, DKSB-Vorsitzender in Heide.

Kaja Lilli Scheel und Frida Luise Hassepaß (Schülerinnen des 11. Jahrgangs des Werner-Heisenberg-Gymnasiums Heide) bekräftigten die Bedeutung eines Platzes der Kinderrechte: „Unsere Generation hat ein deutliches Interesse an politischer Mitbestimmung und der Vertretung unserer Interessen, wie z. B. die Fridays-for-Future-Demonstrationen zeigen – wünschenswert wäre es, wenn unsere Forderungen auch gehört werden, z. B. in Form eines Kinder- und Jugendbeirats der Stadt Heide.“

„Die schleswig-holsteinischen Sparkassen sind langjähriger Partner des Kinderschutzbundes und begleiten die Maßnahmen rund um das Thema Kinderrechte schon seit einigen Jahren. Wir machen dies gerne und aus tiefer Überzeugung. Kinder verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit und unseren Schutz. Unser Anliegen ist es, dass Kinder ihre Rechte kennen und sich ihrer bewusst sind. Denn: Nur wer seine eigenen Rechte kennt, ist in der Lage, sich für sich, aber auch für andere einzusetzen“, begründet Thorben Tams, Vorstandsvertreter der Sparkasse Westholstein, das Engagement der schleswig-holsteinischen Sparkassen. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde der Mobile Platz der Kinderrechte nicht im Rathaus aufgestellt, weil dort zurzeit nur eingeschränkter Publikumsverkehr stattfindet. Die Sparkasse Westholstein kann jedoch mit ihrem Hygienekonzept die Litfaßsäule der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Unterstützt durch die Orts- und Kreisverbände des Kinderschutzbundes wandert der Mobile Platz der Kinderrechte durch schleswig-holsteinische Kommunen. Eröffnet wurde der Mobile Platz der Kinderrechte feierlich am 20. September 2019 im Kieler Landeshaus mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung „Zeit für Kinderrechte“ durch Klaus Schlie, Dr. Heiner Garg, und Irene Johns. Als temporäre Aktion soll der Mobile Platz der Kinderrechte über die Rechte der Kinder aufklären und so sensibilisieren, zum anderen gibt er Städten die Chance, ein klares Zeichen zu setzen. Nächste Stationen werden Flensburg und Neumünster sein. Partner der Aktion sind die Sparkassen in Schleswig-Holstein.

In Schleswig-Holstein gibt es auf Initiative des Kinderschutzbundes bereits in Elmshorn, Pinneberg und Ratzeburg einen Platz der Kinderrechte, dafür wurden jeweils gut sichtbare Plätze in den Städten um die Bezeichnung „Platz der Kinderrechte“ erweitert bzw. wie in Pinneberg offiziell umbenannt.

19. September 2020

Hintergrund Landesverfassung:

Artikel 10 Landesverfassung Schleswig-Holstein

Schutz von Kindern und Jugendlichen

(1) Kinder und Jugendliche stehen unter dem besonderen Schutz des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der anderen Träger der öffentlichen Verwaltung.

(2) Bei der Schaffung und Erhaltung kindgerechter Lebensverhältnisse ist dem besonderen Schutz von Kindern und ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen Rechnung zu tragen.

(3) Kinder und Jugendliche sind Träger von Rechten. Sie haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung, auf Bildung, auf soziale Sicherheit und auf die Förderung ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten.

 

Der Kinderschutzbund schlägt vor, die Landesverfassung zu erweitern:

 

Jedes Kind hat das Recht auf Beteiligung in Angelegenheiten, die es betreffen. Seine Meinung ist entsprechend seinem Alter und seiner Entwicklung in angemessener Weise zu berücksichtigen.



Zurück