26.08.2020 07:53

Lernmittelfreiheit

Kinderschutzbund SH fordert mehr Fortschritte auf dem Weg zur Lernmittelfreiheit

KIEL Im Hinblick auf die geplante Beratung im schleswig-holsteinischen Landtag zu den Themen „Familien bei schulischen Lernmitteln unterstützen“ und „Lernmittelfreiheit in Schleswig-Holstein“ drängt der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein auf schnelleres zielorientierteres politisches Handeln. „Wir haben keine Zeit mehr für langwierige Debatten. Die infolge der Corona-Pandemie notwendige Verlagerung von Lernprozessen in die familiären Räume in Form von digitalem Distanzunterricht verschärft die ohnehin bestehende Bildungsungerechtigkeit zulasten von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien noch einmal ganz erheblich. Es ist deshalb dringend notwendig, schnellstmöglich weitere wirklich konkrete Maßnahmen zur nachhaltigen Kostenreduktion auf den Weg zu bringen“, mahnt die Landesvorsitzende Irene Johns.

Seit nun mehr sieben Jahren weist der DKSB LV SH auf die hohe finanzielle Belastung von Eltern schulpflichtiger Kinder in Schleswig-Holstein hin. Eine entsprechende Studie von 2016 bestätigte, dass die Kosten von durchschnittlich 1000,- Euro pro Jahr für die schulische Bildung von Kindern insbesondere für Eltern mit keinem oder geringem Einkommen zu hoch sind.[1]
Im Einsatz für mehr Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder macht sich der Kinderschutzbund daher bis zur Umsetzung der bundesweiten DKSB Forderung der Abschaffung des Bildungs- und Teilhabepaketes und der Einführung einer Kindergrundsicherung dafür stark, tatsächliche Lernmittelfreiheit zu schaffen. Das bedeutet, es müssen alle für den Schulalltag notwendigen Materialien kostenfrei zur Verfügung stehen, inklusive digitaler Soft- und Hardware für das aktuell vermehrt notwendige Homeschooling. Darüber hinaus sollte entsprechend der Studie des IPN eine erneute Erhebung der Schulkosten, erweitert um den Bereich Digitales und unter Einbezug der beruflichen Schulen, zur Evaluation des Erfolgs der Maßnahmen zur Kostensenkung künftig alle fünf Jahre durchgeführt werden. Zudem sollte eine weitere Sensibilisierung von Schulen und Schulträgern für die hohen Bildungskosten von Eltern erfolgen, um ein Bewusstsein für preisbewusstes Handeln zu schaffen. Die Umsetzung der Maßnahmen sollte unter Beteiligung von Schülern und Eltern passieren.

„Ich denke, in der Zielsetzung sind sich alle einig: Kinder und Jugendliche dürfen auf ihrem Bildungsweg nicht benachteiligt werden, weil ihre Eltern sich die Ausgaben rund um den Schulbesuch oder aktuell das digitale Lernen auf Distanz schlichtweg nicht leisten können“, betont die DKSB LV SH Landesvorsitzende Irene Johns. „Deshalb ist es höchste Zeit, dass den jahrelangen Beratungen jetzt weitere Beschlüsse folgen, die die Eltern und Schüler*innen merklich bei den Lernmitteln unterstützen“, so Johns.



[1] Vgl. Schleswig-Holsteinischer Landtag – Drucksache 18/4685 vom 27.09.2016



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