19.06.2020 09:50

Lermittelfreiheit

Kinderschutzbund SH unterstützt weitere Maßnahmen auf dem Weg zur Lernmittelfreiheit

KIEL Der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein begrüßt die für die 33. Tagung des schleswig-holsteinischen Landtages geplanten Anträge zum Thema „Familien bei schulischen Lernmitteln unterstützen“ (Drucksache 19/2222 und 19/2248) als weitere Schritte zu mehr Bildungsgerechtigkeit. „Die mit dem digitalen Distanzunterricht infolge der Corona-Maßnahmen verbundene Verlagerung von Lernprozessen in die familiären Räume verschärft die ohnehin bestehende Bildungsungerechtigkeit zulasten von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien in einem erheblichen Umfang. Es ist deshalb höchste Zeit, endlich die notwendigen Konsequenzen zu ziehen und eine konkrete Umsetzung zur Kostenreduktion abzuleiten“, mahnt die Landesvorsitzende Irene Johns.

Bereits seit 2013 weist der DKSB LV SH auf die belastende Kostensituation von Eltern schulpflichtiger Kinder in Schleswig-Holstein hin und wurde durch die von der Landesregierung in Auftrag gegebene Studie 2016 darin bestätigt, dass die Kosten für die schulische Bildung von Kindern insbesondere für Eltern mit keinem oder geringem Einkommen zu hoch sind.[1][1] Der Kinderschutzbund macht sich deshalb stark für mehr Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder. Bis zur Umsetzung der bundesweiten DKSB Forderung der Abschaffung des Bildungs- und Teilhabepaketes und der Einführung einer Kindergrundsicherung setzt sich der Kinderschutzbund dafür ein, tatsächliche Lernmittelfreiheit zu schaffen, indem ALLE Materialien, die für den Schulalltag notwendig sind, kostenfrei zur Verfügung stehen. Das beinhaltet aktuell auch die unentgeltliche Stellung digitaler Soft- und Hardware für das Homeschooling. Des Weiteren sollte eine erneute Erhebung der Schulkosten entsprechend der Studie des IPN, erweitert um den Bereich Digitales und unter Einbezug der beruflichen Schulen, zur Evaluation des Erfolgs der Maßnahmen zur Kostensenkung künftig alle fünf Jahre durchgeführt werden. Außerdem sind Schulen und Schulträger für die hohen Bildungskosten von Eltern zu sensibilisieren, um so das Bewusstsein für preisbewusstes Handeln zu schärfen. Die Umsetzung der Maßnahmen sollte unter Beteiligung von Schülern und Eltern passieren.

„Das Ziel ist klar: Kinder und Jugendliche dürfen auf ihrem Bildungsweg nicht benachteiligt werden, weil ihre Eltern sich die Ausgaben rund um den Schulbesuch oder aktuell das digitale Lernen auf Distanz schlichtweg nicht leisten können“, betont die DKSB LV SH Landesvorsitzende Irene Johns. „Die aktuell beantragte Unterstützung von Familien bei schulischen Lernmitteln ist eine weitere Etappe auf dem Weg dahin“, so Johns.



[1][1] Vgl. Schleswig-Holsteinischer Landtag – Drucksache 18/4685 vom 27.09.2016



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