29.10.2020 10:08

Jugendförderungsgesetz

Kinderschutzbund SH für mehr politische Partizipation von Kindern und Jugendlichen

KIEL Der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein begrüßt die für die 95. Sitzung des schleswig-holsteinischen Landtags beantragte Änderung des Jugendförderungsgesetz (JuFöG)[1]. „Beteiligungsrechte sind neben den Förder- und Schutzrechten eine tragende Säule der UN-Kinderrechtskonvention“, erinnert die Landesvorsitzende Irene Johns. „Gerade, wenn es um Fragen der jugendlichen Lebenswelt geht, wie zum Beispiel aktuell bei den Maßnahmen zur Eingrenzung der Corona-Pandemie in Form von Social Distancing oder Homeschooling, sind Kinder- und Jugendliche unverzichtbare Experten in eigener Sache. Da müssen sie selbstverständlich die Möglichkeit haben, aktiv in Jugendhilfeausschüssen mitwirken und mitgestalten zu können. Deshalb ist es dringend notwendig, endlich die entsprechende gesetzliche Grundlage zu schaffen“, betont Johns in Hinblick auf die diskutierten Änderungen des JuFöG.

Der Wunsch, die Arbeit der Kinder- und Jugendräte in die Arbeit der Jugendhilfeausschüsse einzubinden, wurde von den Jugendlichen selbst an die Politik herangetragen. Der Kinderschutzbund SH unterstützt dieses Bestreben. Die Kinder- und Jugendräte sind politische Gremien und bestehen aus gewählten Vertretern der Kinder und Jugendlichen der Kommune. Sie sollen die Position der Kinder und Jugendlichen zu sie betreffenden Entscheidungen der Verwaltung bzw. der politischen Verantwortlichen vertreten. 

„Kinder und Jugendliche zeigen laut Studie insbesondere im Alter von 12-18 Jahren soziales und politisches Engagement.[2] Außerdem ist bekannt, dass politische Partizipation in erheblichem Maße ihr Heranwachsen zu selbstbestimmten und politisch interessierten Akteurinnen und Akteuren unserer Gesellschaft fördert und damit eine wichtige Grundlage für ein langfristig demokratisches Handeln und bürgerschaftliches Engagement ist“, erklärt Irene Johns. Doch während die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in ihrer pädagogischen Arbeit Mitsprache und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in immer stärkerem Maße berücksichtigten und verankerten, fehlten entsprechende Strukturen bisher noch auf anderen Ebenen, wie z.B. in den Jugendhilfeausschüssen, gibt Johns zu Bedenken. „Deshalb bedeutet die beantragte Änderung des Jugendförderungsgesetzes eine weitere wichtige Stärkung der Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen und ist zudem ein wichtiger Schritt dahin, dass Beteiligung zum Selbstverständnis wird“, freut sich die DKSB SH Landesvorsitzende. „Es ist nur wichtig, dass dann auch regional flächendeckend Kinder- und Jugendräte vorhanden sind, um Mitglieder in die Jugendhilfeausschüsse zu entsenden“, mahnt Johns abschließend.



[1] Vgl. Schleswig-Holsteinischer Landtag Umdruck-19-04639, Drucksache 19/2475

[2] Julia Simonson, Claudia Vogel, Clemens Tesch-Römer. Freiwilliges Engagement in Deutschland. Der Deutsche Freiwilligensurvey 2014. Wiesbaden: Springer VS. 



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