26.04.2019 08:53

Gewaltfreie Erziehung

Tag der gewaltfreien Erziehung: Kinderschutzbund SH startet Gesprächsreihe zum Thema Gewalt gegen Kinder

KIEL Zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30.04.2019 fordert der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein, Kinder jeden Alters bei Anzeichen von Gewalt- und Missbrauchserfahrungen anzuhören und ernst zu nehmen. „Gewalt hat viele Gesichter. Kinder und Jugendliche können körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt erleiden. Auch Vernachlässigung und damit mangelnde bis hin zu völlig fehlender Fürsorge ist eine Form von Gewalt gegen Kinder, die nach wie vor zu wenig Beachtung findet“ sagt die Landesvorsitzende des DKSB SH Irene Johns.

Kinder und Jugendliche haben seit dem Jahr 2000 das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig. Dennoch erleben viele Kinder weiterhin verschiedene Formen von Gewalt.

„Vernachlässigung stellt dabei statistisch gesehen die größte Gefährdung des Kindeswohls dar, bekommt aber fatalerweise die geringste öffentliche Aufmerksamkeit,“ kritisiert Johns.

Laut letzten Erhebungen wiesen über 60 % der bundesweit rund 45 700 Kinder, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, Anzeichen von Vernachlässigung auf. In Schleswig-Holstein lagen die Zahlen im Jahr 2017 bei über 700 akuten oder latenten Kindeswohlgefährdungen durch Vernachlässigung.

„Schon die offiziell gemeldeten Fälle zeigen ein schwerwiegendes und allgegenwärtiges Problem, das auf keinen Fall unterschätzt werden darf – und da haben wir noch nicht über das hohe Dunkelfeld gesprochen. Um die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, startet der Kinderschutzbund SH deshalb eine Gesprächsreihe („Der Kinderschutzbund im Gespräch – Gewalt gegen Kinder“) mit Gesprächspartnern aus unterschiedlichen Fachrichtungen von Kita über Schule bis hin zu Arztpraxen“, erklärt die Landesvorsitzende Johns. „Wir hoffen so, diesem Tabuthema ein Forum zu schaffen, um Kindern noch frühzeitiger helfen zu können“, so Johns.



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