24.04.2020 13:56

Alltagsmasken

Spendenaktion für Familien läuft an

KIEL Ab dem 29. April 2020 ist in Schleswig-Holstein das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften sowie in Bus und Bahn Pflicht. Um ohnehin schon stark belastete Kinder und Eltern bei der Versorgung mit den vorgeschriebenen Schutzmasken zu unterstützen, hat der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein zusammen mit seinen 28 Orts- und Kreisverbänden kurzerhand eine landesweite Aktion zur Herstellung und Finanzierung von Schutzmasken für finanziell schwächer gestellte Familien ins Leben gerufen – mit großem Erfolg.

„Wir sind sehr dankbar dafür, dass unsere Bedenken Gehör finden und zu so viel Hilfsbereitschaft führen“, freut sich die Landesvorsitzende des DKSB SH Irene Johns über die positive Resonanz. „Gerade für Familien, deren finanzielle Sorgen sich infolge der Corona-Pandemie noch verschlimmert haben, so dass sie teilweise sogar nicht mehr genug Geld für das tägliche Essen im Portemonnaie haben, ist die Beschaffung von Alltagsmasken ein zusätzlicher Stressfaktor. Hier wollen wir mit unserem Aufruf, Atemwegsbedeckungen in verschiedenen Größen zu nähen oder dafür zu spenden, direkt ansetzen und helfen“, so Johns.

Bereits zwei Tage nach Aktionsbeginn lagen dem Kinderschutzbund SH über 200 handgearbeitete Schutzmasken vor, produziert von ehrenamtlichen NäherInnen aller Altersstufen aus ganz Schleswig-Holstein. Auch in den Ortsverbänden des Kinderschutzbundes ist die Aktion angelaufen und es wird fleißig genäht. „Die Hilfsbereitschaft ist wirklich überwältigend. Unzählige Menschen zeigen sich solidarisch. Teilweise kommen Masken auch einfach schon per Post an“, berichtet die Geschäftsführerin des DKSB LV SH Susanne Günther, die die Aktion persönlich koordiniert. „Aber auch die Nachfrage ist überaus groß – und noch übersteigt sie leider die Produktion. Aktuell rechnen wir mit einem Bedarf von etwa 5000 Masken, der für besonders belastete Familien benötigt wird. Da müssen wir uns ins Zeug legen“, sagt Günther.

Wertvolle mediale und finanzielle Unterstützung leistet hierbei der schleswig-holsteinischen Radiosender R.SH. „Unser Motto ist „Zusammen sind wir Schleswig-Holstein“. Deshalb unterstützen wir von R.SH diese großartige und wichtige Initiative des Kinderschutzbunds sehr gerne“, begründet R.SH-Moderator Volker Mittmann von der „Wach-Mittmann-Show“ das besondere Engagement. „Mit unserer „R.SH hilft helfen“-Stiftung spenden wir 10.000 Euro an den Kinderschutzbund, damit möglichst viele Masken für sozialschwache Familien bei uns in Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt werden können. Wir danken allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die die Aktion ebenfalls unterstützen. Im R.SH-Programm berichten wir über die Initiative und wir hoffen, dass alle Familien im Land gesund durch diese Zeit kommen“, so Mittmann.

Auch die Technische Hochschule Lübeck unterstützt die Aktion und ist in die Produktion von Mund-Nasen-Bedeckungen für belastete Familien eingestiegen. Hier werden auf Initiative von Dr. Christian Damiani aus der Biomedizintechnik und Felix Harden aus der Additiven Fertigung ehrenamtlich Behelfsmasken mit 3D-Druckern angefertigt und gespendet. „Wenn alles störungsfrei verläuft, schaffen es die Ingenieure bei einer Nutzungszeit von acht Stunden rund 30 Masken oder 60 Face Shields am Tag herzustellen. Jetzt arbeite ich noch daran, unsere Nutzungsdauer zu optimieren, sodass wir auch über Nacht produzieren können, was unsere Kapazitäten natürlich massiv erhöhen würde“, erklärt der Maschinenbauingenieur Harden den ehrenamtlichen Einsatz.

Wer keine Möglichkeit zur ehrenamtlichen Fertigung von Masken hat, aber trotzdem helfen möchte, kann die Hilfsaktion auch durch eine Spende unterstützen:

Deutscher Kinderschutzbund Schleswig-Holstein e.V.,

Förde Sparkasse, IBAN: DE77 2105 0170 0092 0360 60, BIC: NOLADE21KIE

mit dem Verwendungszweck „Hilfe für belastete Familien“.

Der Sparkassen- und Giroverband gehört ebenfalls bereits zu den Spendern.

Außerdem hat der Landesverband des Kinderschutzbundes eine zentrale Telefonnummer eingerichtet, an die sich Menschen, die helfen wollen, wenden können: 0431 – 6666 79 20 sowie per Mail unter info@kinderschutzbund-sh.de .

„Mit diesem solidarischen Engagement können wir alle einen kleinen Beitrag leisten, dass von Armut betroffene Kinder und ihren Familien durch die Corona-Krise nicht noch zusätzlich benachteiligt werden“, lobt die DKSB LV SH – Vorsitzende Irene Johns den landesweiten Einsatz.



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