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Plön, Akademie am See, Koppelsberg 7 (www.akademie-am-see.net), 07.09. 2016

TiK-SH Region Ost/9-tägige Fortbildung Traumapädagogik in der Kita

TiK-SH/Region Ost: Traumapädagogik in Kindertagesstätten und Familienzentren

TiK-SH 7. September 2016 bis 23. Januar 2017 in 4 Blöcken (7.-9.9.16, 10.-22.10.16, 7. und 30.11.16 sowie 23.1.17)


Die neuntägige Fortbildung „Traumapädagogik in der Kita“ will die TeilnehmerInnen befähigen, sowohl eine persönliche und fachliche Sicherheit im Umgang mit hochbelasteteten und traumatisierten Kindern zu entwickeln, wie auch eine traumasensible Haltung in ihren Kita-Teams nachhaltig zu implementieren und somit Ansprechpartner für dieses Thema im eigenen Team zu werden.
 
Den Link zur Anmeldung finden Sie weiter unten, es ist ausschließlich eine online-Anmeldung möglich. 

Gerade der alltägliche Umgang mit traumatisierten Kindern führt häufig zu einer starken Belastung der MitarbeiterInnen, die wiederum dazu führt, dass sich pädagogische Handlungskompetenzen verengen.
Um in Belastungssituationen hilfreich für die Kinder zu bleiben und die Selbstfürsorge zu beachten, kann es hilfreich sein, das Gespräch mit traumafachlichen KollegInnen zu suchen, um dort menschliche und fachliche Annahme und Orientierung zu erhalten.
Das Lernen in dieser Fortbildung soll auf zwei Ebenen stattfinden:
1. Ich lerne für mich persönlich und fachlich, wie ich Kinder unterstützen kann.
2. Ich lerne, wie ich mein Team oder einzelne KollegInnen unterstützen kann und meine Erkenntnisse aus der Traumapädagogik mit meinem Team teilen kann.
Voraussetzung dafür die die Bereitschaft, traumapädagogisches Wissen in die eigene Handlungskompetenz zu integrieren. Persönliche Sicherheit in der Begegnung mit traumatischen Belastungen zu entwicklen, bedarf eines sensiblen Blickes auf sich selbst. Somit sind Selbsterfahrungsprozesse unerlässlich und Selbstreflexion ist daher ein wichtiger Bestandteil dieser Fortbildung.
Neben theoretischem Wissen sollen Kleingruppenarbeit, Rollenspiele und Hausaufgaben, das Wissen und die Erfahrung der TeilnehmerInnen die Weiterbildung bereichern.
 
 
Weiterbildungsinhalte
 
Modul 1: 7. bis 9. September 2016

Tag 1
● Ankommen in der Weiterbildung (Meine Erwartungen in Bezug auf die Weiterbildung? Welche Erwartungen hat meine Einrichtung an mich in Bezug auf die Weiterbildung?)
● Einführung in die Falldokumentation
● Definition und Geschichte der Traumaforschung
● Neurophysiologische Grundlagen der Traumareaktion
● Von der Belastungsreaktion zur Traumafolgestörung
● Wissensvermittlung wichtiger Begrifflichkeiten der Psychotraumatologie (Typ 1, Typ 2, Trigger, Retraumatisierung, Traumatische Zange, Dissoziation)
● Sensibler Blick auf die eigene pädagogische Haltung
Schwieriges Verhalten von Kindern bringen KitamitarbeiterInnen an ihre Grenzen. Die guten Gründe für schwieriges Verhalten bei hochbelasteten und traumatisierten Kindern sind oft notwendige Überlebensstrategien der Kinder. Diese müssen als solche anerkannt und gewürdigt werden.
Lernziel: Grundlagen der Traumapädagogik verstehen und die eigene pädagogische Haltung dazu in Beziehung zu setzen.
Tag 2
● Überblick Bindung und Bindungstraumatisierung
● Unterscheidung von Beziehung und Bindung
● Selbstreflexion zu den eigenen Stress- und Bindungsstrategien
● Stressspezifische Übertragungs- und Gegenübertragungsmuster
● Pädagogischer Umgang mit unterschiedlichen Stress- und Bindungsstrategien
Die wichtigste Grundlage traumapädagogischer Arbeit ist die Gestaltung einer heilsamen Beziehung.
Lernziel: Bedeutung der Bindungsentwicklung für die Stressverarbeitung verstehen und die eigenen „Notfallreaktionen“ und damit die eigenen Bindungsstrategien reflektieren.
Tag 3
● Biografiearbeit
● Selbstreflexion zum eigenen „inneren Team“
● Auseinandersetzung mit beruflichen Themen von Nähe / Distanz und Übertragung /
Gegenübertragung
● Ressourcenaktivierung und Psychohygiene
In der Arbeit mit traumatisierten und traumatisierenden Systemen brauchen wir den Zugang zu eigenen Ressourcen.
Lernziel: Reflektion des eigenen „Lebensrucksackes“ und Aktivierung der eigenen Ressourcen.
 
 
Modul 2: 20. bis 22. Oktober 2016

Tag 4
● Kulturelle Unterschiede in der Sozialisation - Werte und Haltungen
● Kultursensibilität im eigenen Denken und Verhalten
● In den Dialog gehen zu eigenen pädagogischen Werten und Haltungen
● Flucht, Asylrecht, Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen
Hilfreich ist ein Einlassen, ein Verstehen wollen mit anderem Blickwinkel. Herausfordernd ist eine offene, fragende Haltung und gleichsam eine Respektlosigkeit gegenüber den eigenen stereotypen Glaubenssätzen.
Lernziel: Kulturelle Besonderheiten mit ihren Auswirkungen auf Bindung, Bildung und Erziehung verstehen und mit sich selbst in Beziehung setzen. Informationen zur Lebenssituation von Flüchtlingen erarbeiten.
Tag 5
● Aus Theorie mach Praxis - Traumapädagogik in der eigenen Kita
● Stress und Trigger bei Kindern erkennen - die emotionale Sprache der Kinder verstehen
● „Konzept des guten Grundes“ ganz praktisch
● Entwicklungspsychologie und altersangepasste Stabilisierungstechniken
● „best practice“ aus dem eigenen Kitaalltag
● Unterstützung von KollegInnen in der Begleitung von traumatisierten und schwierigen
Kindern
Die Kita als sicheren Ort für die Kinder erfahrbar machen.
Lernziel: Traumapädagogische Erkenntnisse für den Kitaalltag übersetzen und Unterstützungsmöglichkeiten für KollegInnen erarbeiten.
Tag 6
● In schwierigen Elterngesprächen Halt geben und Halt finden
● In Gesprächen konfrontieren, ohne zu bedrohen
● Umgang mit Traumareaktionen
● Selbstreflexion zum eigenen Gesprächsverhalten
● Unterstützung von Kollegen in Elterngesprächen
Eine wiederkehrende Aufgabe für pädagogische Fachkräfte ist es, Gespräche zu führen. Wie einfach es klingt, so schwer ist es manchmal, das Richtige zu sagen. An dieser Stelle soll eine traumasensible Gesprächsführung geübt werden.
Lernziel: Achtsamkeit und Selbstempathie in schwierigen Elterngesprächen entwickeln.

Modul 3: 7. und 30. November 2016

Tag 7 / Tag 8
Fallexploration und Praxiswerkstatt (im Abstand von 4 Wochen)
● Reflexion der Umsetzung von Stabilisierung und Beruhigung bei traumatischen Belastungsreaktionen von Kindern im eigenen Kitaalltag
● Die eigenen Stress- und Belastungsreaktionen reflektieren
● Austausch zur Unterstützung von KollegInnen
● im eigenen Kitaalltag
● Netzwerke für die weitere Arbeit entwickeln
Fallexploration und Praxiswerkstatt: Anhand von Fallbeispielen aus der eigenen Kita werden Unterstützungsmöglichkeiten erarbeitet, reflektiert und Erlerntes gefestigt.
Lernziel: Das eigene Rollenverständnis festigen. Die Falldokumentation vorbereiten.
Falldokumentation: Die eigene traumapädagogische Arbeit wird in der Gruppe vorgestellt.

Modul 4: 23. Januar 2017

Tag 9
● Vorstellung und Reflexion der Praxisarbeit
● Abschluss - fachliches Resümee der Fortbildung
 
Und hier geht es zur Anmeldung.
 

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