18.09.2017 10:41

Weltkindertag

20. September 2017 Weltkindertag: Kinderrechte ins Grundgesetz – Jetzt!

Kinderrechte in die Schulen – Bildungsministerin Prien übernimmt Schirmherrschaft

 

KIEL Den Weltkindertag am 20. September nimmt der Deutsche Kinderschutzbund in Schleswig-Holstein bereits im dritten Jahr zum Anlass, um mit seiner Kampagne „Kinderrechte umsetzen - kinderleicht!“ für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention zu werben. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Forderung „Kinderrechte ins Grundgesetz – Jetzt!“. „Damit Kindern und ihren Rechten in unserer Gesellschaft mehr Gewicht beigemessen wird, brauchen wir eine grundgesetzliche Regelung. Erst die Aufnahme der Kinderrechte in die Verfassung wird dazu führen, dass zukünftig bei allen Entscheidungen, die Kinder und ihr Leben betreffen, ihre Interessen ausreichend berücksichtigt werden“,  erklärt Irene Johns, Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes in Schleswig-Holstein.

Die schleswig-holsteinischen Sparkassen sind langjährige Partner des Kinderschutzbundes. Bereits im dritten Jahr unterstützen sie die Kampagne zur Stärkung der Kinderrechte am Weltkindertag. „Wir freuen uns, dass wir durch unsere Unterstützung dazu beitragen können, auf die Rechte von Kindern aufmerksam zu machen", so Gyde Opitz, Leiterin der Abteilung gesellschaftliches Engagement des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein.

Doch es geht nicht nur um die formale Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz. Dem Kinderschutzbund und auch den Sparkassen ist es ein Anliegen, dass auch diejenigen, um die es geht, Kinder und Jugendliche, ihre Rechte kennen und selbstverständlich in ihr Leben integrieren.

Daher befördern der Kinderschutzbund mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und den Sparkassen die Kinderrechte in die Schulen. Jedes Schulkind in Schleswig-Holstein sollte im gerade begonnenen Schuljahr das Thema Kinderrechte im Unterricht kennenlernen können. Karin Prien, Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, hat die Schirmherrschaft dafür übernommen. Den Auftakt machte die Grundschule Schilksee in Kiel. Die Klasse 4 hat sich mehrere Schulstunden mit den Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention beschäftigt. Jetzt präsentierten die Schulkinder Karin Prien, Gyde Opitz und Irene Johns die Ergebnisse ihrer Arbeiten und diskutierten sie lebhaft mit ihren Gästen.

Bildungsministerin Karin Prien lobte die Initiative des Kinderschutzbundes: „In der schleswig-holsteinischen Landesverfassung sind die Kinderrechte seit 2010 verankert. Das war ein wichtiger Schritt. Jetzt muss es darum gehen, dass die Kinder auch schon möglichst früh diese Rechte kennenlernen und wo ginge das besser als in der Schule.“ Deshalb sei es sehr begrüßenswert, wenn die Grundschulen das Angebot des Kinderschutzbundes nutzten und die Kinderrechte auch zum Gegenstand des Unterrichts machten. „So können unsere Kinder schon früh den Wert von Demokratie und Mitwirkung erfahren und das ist heute wichtiger denn je.“

Das Unterrichtsmaterial für die alle Jahrgangsstufen können die Schulen in Schleswig-Holstein kostenfrei beim Partner des Kinderschutzbundes im Aktionsbündnis Kinderrechte, UNICEF, erhalten.

Susanne Raimund, Leiterin der Grundschule Schilksee erklärte: „Die Kinderrechte gehören zu unserem Schulalltag, denn jedes Kind hat eine Stimme, die Gehör findet. Ob beim morgendlichen Auftakt aller Kinder mit Zeit für Anliegen, Sorgen und Wünsche oder bei der wöchentlich stattfindenden Klassenstunde. Die tägliche, gemeinsame Frühstückspause bietet einen geschützten Raum mit Klassenkameraden und Klassenlehrkraft. Wir leben ein „Haus der offenen Türen“. Jedes Kind hat die Möglichkeit zu mir als Schulleiterin und Vertrauensperson zu kommen, um sein Herz zu erleichtern.“

„Es ist wichtig, dass möglichst alle Kinder schnell und unkompliziert von ihren Rechten erfahren und diese nutzen. Die örtlichen Sparkassen unterstützen im Rahmen des Weltkindertags die Werbung für die Umsetzung der Kinderrechte vor Ort. Wir möchten gemeinsam mit dem Kinderschutzbund noch weitere Möglichkeiten bieten, damit wir in Zukunft alle Schulkinder erreichen“, so Gyde Opitz vom Sparkassen- und Giroverband.

„Es ist schön zu sehen, wie engagiert sich Kinder mit dem Thema ‚meine Rechte‘ auseinandersetzen. Kinder sind häufig überrascht, welche Rechte ihnen laut UN-Kinderrechts-konvention zustehen und zeigen große Bereitschaft, mit diesen Rechten verantwortungsvoll umzugehen. Alle Schüler und Schülerinnen in Schleswig-Holstein sollen die Kinderrechte kennen – ein ambitioniertes Ziel, das wissen wir. Und heute fangen wir hier in Schilksee an. Gemeinsam mit dem Bildungsministerium und dem Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein bekommen wir das auch hin!“, zeigt sich Irene Johns überzeugt.

Und mit seinen 28 Orts- und Kreisverbänden macht sich der Kinderschutzbund in Schleswig-Holstein für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz stark. Denn im täglichen Kinderschutz-Alltag ist zu sehen, zu spüren und immer wieder schwer auszuhalten, dass das Kindeswohl zu oft zu wenig Gewicht hat. Daher sprechen die Orts- und Kreisverbände des Kinderschutzbundes mit Info-Ständen und anderen Aktionen wie Kinderfesten die Öffentlichkeit an. Und auch die verantwortlichen Politiker im Ort und die Verwaltungsspitzen erhalten die Einladung vom Kinderschutzbund, Maßnahmen für die Umsetzung der Kinderrechte zu ergreifen.

Auch in diesem Jahr unterstützen die Sparkassen die Ausstattung der Ortsverbände.

 

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Zum Weltkindertag hat der DKSB Landesverband Schleswig-Holstein weitere Informationen online gestellt:

 

www.kinderschutzbund-sh.de

 

Hintergrund:

Die Vereinten Nationen beschlossen 1954, unter anderem die Rechte der Kinder zu stärken. 1989 formulierten die Vereinten Nationen die UN-Kinderrechtskonvention, 1992 gilt die UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland – in Teilen auch ohne weitere Umsetzung – als innerstaatliches Recht. Als sogenannte self executing-Norm ist sie unmittelbar anwendbar. Das Land Schleswig-Holstein nahm 2010 die Kinderrechte- allerdings ohne das Recht auf Beteiligung - in die Landesverfassung auf.

Der Deutsche Kinderschutzbund fordert im Aktionsbündnis für Kinderrechte gemeinsam mit UNICEF und dem Deutschen Kinderhilfswerk sowie in Kooperation mit der Deutschen Liga für das Kind die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz. Das Aktionsbündnis Kinderrechte schlägt dem Deutschen Bundestag und dem Deutschen Bundesrat vor, die Rechte der Kinder in einem neu zu schaffenden Artikel 2a in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufzunehmen:

(1)  Jedes Kind hat das Recht auf Förderung seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten zur bestmöglichen Entfaltung seiner Persönlichkeit.

(2)   Die staatliche Gemeinschaft achtet, schützt und fördert die Rechte des Kindes. Sie unterstützt die Eltern bei ihrem Erziehungsauftrag.

(3)   Jedes Kind hat das Recht auf Beteiligung in Angelegenheiten, die es betreffen. Seine Meinung ist entsprechend seinem Alter und seiner Entwicklung in angemessener Weise zu berücksichtigen.

(4)   Dem Kindeswohl kommt bei allem staatlichen Handeln, das die Rechte und Interessen von Kindern berührt, vorrangige Bedeutung zu.

 

Aktionsbündnis Kinderrechte-ins-Grundgesetz (seit 2007):

 www.kinderrechte-ins-grundgesetz.de

 

Kostenfreies UNICEF-Unterrichtsmaterial:

https://www.unicef.de/informieren/materialien/unterrichtsmaterial-kinderrechte

 


Die Klasse 4 der Grundschule Schilksee mit Klassenlehrer Herrn Nitsche, Karin Prien, Irene Johns, Gyde Opitz und Susanne Raimund

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