19.09.2016 13:36

Weltkindertag

Kinder und Jugendliche beteiligen: nicht nur in Gesetzen und Verordnungen – sondern auch im Alltag und in allen Lebensbereichen!

KIEL Den Weltkindertag am 20. September nimmt der Deutsche Kinderschutzbund in Schleswig-Holstein zum Anlass, um mit seiner Kinderrechte-Kampagne „Kinderrechte umsetzen - kinderleicht!“ in diesem Jahr besonders auf das Recht zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu erinnern. Artikel 12 der UN-Kinderrechtekonvention formuliert, dass die Meinung eines Kindes in allen es berührenden Angelegenheiten angemessen und seinem Alters- und Reifegrad entsprechend zu berücksichtigen ist. „Formal sind wir schon recht weit gekommen in Deutschland und auch besonders in Schleswig-Holstein“, stellt Irene Johns, Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes, fest. „Doch im Alltag sehen wir eine dafür erforderliche Kultur der selbstverständlichen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen noch nicht.“

Mit seinen 28 Orts- und Kreisverbänden wirbt der Kinderschutzbund in Schleswig-Holstein dafür, Kinder und Jugendliche in der Familie, in Kindertageseinrichtungen, in der Gemeinde, einfach in allen Lebensbereichen angemessene Beteiligungsmöglichkeiten einzuräumen. Mit Info-Ständen und anderen Aktionen wie Kinderfesten oder Postkarten-Aktionen sprechen die Orts- und Kreisverbände die Öffentlichkeit an. Doch auch die verantwortlichen Politiker im Ort und die Verwaltungsspitzen erhalten die Einladung vom Kinderschutzbund, sich für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen stark zu machen.

Die schleswig-holsteinischen Sparkassen sind langjährige Partner des Kinderschutzbundes. Bereits im vergangenen Jahr unterstützten sie die Aktionen zu den Kinderrechten am Weltkindertag. „Es ist wichtig, Kinder und Jugendliche zu beteiligen, um eine zukunftsorientierte Gesellschaft zu ermöglichen. Außerdem werden sie so auch als Erwachsene mehr Interesse an der Mitgestaltung des Gemeinwesens haben. Wir freuen uns, dass wir durch unsere Unterstützung dazu beitragen können, auf die Rechte von Kindern aufmerksam zu machen", so Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein.

„Wer glaubt, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sei lediglich ein Wohlfühlthema, liegt falsch. Denn moderner Kinderschutz bedeutet auch: Wir müssen die Perspektive der Kinder und Jugendlichen kennen und wir müssen die Perspektive der Kinder und Jugendlichen berücksichtigen“, führt Irene Johns aus. Noch in diesem Jahr wird ein Jugendrat im Landesverband des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein seine Arbeit aufnehmen. Der Jugendrat mit sechs bis acht Jugendlichen und jungen Erwachsenen berät den Landesverband, die Mitglieder sollen dem Jugendrat zunächst ein Jahr angehören. Viermal im Jahr soll getagt werden, projektbezogen können sich weitere Aktivitäten entwickeln. „Wir versprechen uns davon wichtige Impulse für unsere Arbeit“, erklärt Irene Johns.

Moritz Boll (22 Jahre), Mitglied des Jugendrates: „Ich bin selbst mit vielen Beteiligungsmöglichkeiten aufgewachsen und habe mich darüber immer gefreut. Die Sicht meiner Generation zu visualisieren ist auch ein großer Teil meiner Arbeit in der Filmproduktion. Deshalb gefällt es mir sehr, mich hier im Jugendrat des Kinderschutzbundes einzubringen.“ Ewin Abdi (15 Jahre), Mitglied des Jugendrates: „Ich habe gute Erfahrungen mit der Jury für den KJT-Plakatwettbewerb gemacht. Der Jugendrat ist etwas Neues und eine tolle Möglichkeit, meine Meinung einzubringen und etwas zu bewirken.“ Emma Gatena (15 Jahre), Mitglied des Jugendrates: „Ich möchte mich politisch für Kinder und Jugendliche engagieren. Und ich möchte etwas verändern, der Jugendrat ist dafür interessant.“

 

Sozialministerin Kristin Alheit begrüßt den Einsatz des Kinderschutzbundes für Beteiligung ausdrücklich und betont: „Die Umsetzung von Kinderrechten lässt sich schwer per Gesetz verordnen - entscheidend ist, wie diese in der täglichen Praxis gelebt werden! Beteiligung und Mitbestimmung sind dabei essentielle Faktoren zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen. Davon profitieren nicht nur die junge Generation, sondern beispielsweise auch die Gemeinden vor Ort durch wichtige neue Impulse und andere Blickwinkel. Schleswig-Holstein ist dabei auf einem guten Weg, der bundesweit Beachtung findet. Mein herzlicher Dank geht daher in erster Linie an die Kinder und Jugendlichen: Sie engagieren sich vorbildlich und tragen aktiv dazu bei, ihr Umfeld und unsere Gesellschaft besser zu gestalten!“. Alheit appellierte, Beteiligung von Kindern und Jugendliche in den verschiedenen Bereichen im Land zu ermöglichen und weiter zu unterstützen - von der Kita bis zum und Jugendparlament.

 

Der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein hat sich im Jahr 2016 bereits in verschiedenen Themen von jungen Menschen beraten lassen. Im Januar tagte eine Jury des ersten Plakatwettbewerbs für das Kinder- und Jugendtelefon, der mehrheitlich Schülerinnen und Schüler angehörten. Im Juli hatte der Landesverband des Kinderschutzbundes einen Workshop mit Jugendlichen gestaltet, der im Rahmen des „Runden Tisches Heimerziehung“ des schleswig-holsteinischen Landtages stattfand. „Die Jugendlichen haben sehr differenziert dargestellt, wie sie die Realität in den Heimen wahrnehmen und konnten für Fachkräfte hilfreich formulieren, wie sie sich Unterstützung und Förderung vorstellen und wie man das Leben mit ihnen gestalten kann. Wir alle stecken noch viel zu sehr in der Gewohnheit fest, über die Belange von Kindern und Jugendlichen zu sprechen und gegebenenfalls über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden“, gibt Irene Johns zu bedenken. Und ganz aktuell hat in der ersten Septemberhälfte der junge Filmemacher Moritz Boll einen Film zum Ehrenamt im Kinderschutzbund abgedreht.

 

Zum Weltkindertag hat der DKSB Landesverband eine Homepage freigeschaltet:

 

www.kinderschutzbund-sh.de/weltkindertag2016/

 


Von links nach rechts : Dr. Silke Duda, Sozialministerium; Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein; Emma Gatena, Moritz Boll und Ewin Abdi (Jugendrat DKSB); Irene Johns

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