25.06.2018 15:27

Vertrauenshilfe

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein eröffnet „Vertrauenshilfe“ Rendsburg –
Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen

RENDSBURG Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein hat  heute in Rendsburg eine regionale Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche in stationären und teilstationären Einrichtungen eröffnet. Die Rendsburger „Vertrauenshilfe“ ist nach dem Standort Flensburg die zweite von zunächst drei Ombudsstellen, die der DKSB - SH im Rahmen seines Modellprojektes[1] zum landesweiten Ausbau von Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren in der Kinder- und Jugendhilfe in Betrieb nimmt. „Rendsburg Eckernförde ist Schleswig-Holsteins größter Flächenkreis und hat zudem mit 265 Einrichtungen und rund 1700 Plätzen[2] eine sehr hohe Dichte an stationären und teilstationären Einrichtungen“, erklärte die Landesvorsitzende Irene Johns die Standortwahl. „Um den Kindern und Jugendlichen bei Bedarf eine unabhängige leicht erreichbare Beratungs- und Beschwerdemöglichkeit vor Ort anbieten zu können, ist es wichtig, zusätzliche regionale Strukturen zu schaffen. Es geht uns darum, ihnen bei Problemen oder Konflikten, die sie in ihrer Einrichtung nicht klären können, zur Seite zu stehen, sie bei der Lösung zu unterstützen und gegebenenfalls zu vermitteln. Gemeinsam mit allen Beteiligten können wir so den Schutz und die Teilhabe der Kinder und Jugendlichen stärken“, so Irene Johns weiter.

Eine enge Zusammenarbeit mit dem DKSB Ortsverband Rendsburg e.V. garantiert die optimale Vernetzung der Beschwerdestelle vor Ort. Auch der Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie, Kreis Rendsburg-Eckernförde, Thomas Voerste sieht in der Eröffnung der „Vertrauenshilfe“ eine große Chance. "Ich freue mich sehr über das Engagement des Kinderschutzbundes. Die Fachkräfte in den Einrichtungen der Jugendhilfe arbeiten mit hohem persönlichem Engagement. In Konfliktfällen kann ein unabhängiges und parteiliches Beratungsangebot für die betreuten Kinder und Jugendlichen dabei helfen, gute Lösungen zu finden. Letztlich können alle Seiten davon profitieren“, betonte Voerste.

 

Als Ansprechpartner stehen den meist stark vorbelasteten Kindern und Jugendlichen in den Regionalstellen der „Vertrauenshilfe“ qualifizierte ehrenamtliche Beraterteams zur Verfügung, die sich zum Beispiel aus ehemaligen Richtern/innen, Jugendamtsmitarbeiter/innen oder Lehrern/innen zusammensetzen.
In Rendsburg wird unter Koordinatorin Michaela Beersiek zunächst Thomas Schmidt als Berater tätig. Als Vertrauenslehrer einer Gemeinschaftsschule weiß er aus Erfahrung: „Vertrauenshilfe kann für den betroffenen jungen Menschen ein parteilicher Rückhalt in der Formulierung und Gestaltung von Wünschen und Hoffnungen sein“. Darüber hinaus konnte Heiko Bruhn als Berater gewonnen werden. Für den Richter a.D. ist das ehrenamtliche Engagement bei der Beschwerdestelle sehr wichtig. "Ich möchte Kindern und Jugendlichen bei der Wahrnehmung ihrer Rechte helfen", so Bruhn.

Die „Vertrauenshilfe“ Regionalstelle Rendsburg ist ab sofort erreichbar. Auch via WhatsApp sind Erstkontakte möglich. „Die Vertrauenshilfe Rendsburg ist ein weiterer Schritt, eine für alle Seiten hilfreiche Beteiligungs- und Beschwerdekultur innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe Schleswig-Holsteins zu etablieren. Damit stärken wir die Kinder in ihren Rechten“, so Irene Johns.
Als nächstes ist die Eröffnung einer Regionalstelle in Dithmarschen geplant.

 

Kontakt VERTRAUENSHILFE:

Internet: www.vertrauenshilfe.de

Kontakt Regionalstelle Rendsburg:

Email: vertrauenshilfe@kinderschutzbund-sh.de

Mobil: 0175 – 8 527 254                                       

 



[1] Gefördert von der Aktion Mensch e.V.

[2] Vgl. Verzeichnis der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Stand Jan. 2018, gezählt wurden Heime und sbw gem. KJVO


Das Team der Vertrauenshilfe Regionalstelle Rendsburg (von links): Heiko Bruhn, Michaela Beersieck, Thomas Schmidt (Foto DKSB LV SH)

Zurück