14.09.2010 11:00

Verdacht auf sexuellen Missbrauch unter Kindern in einer Kurklinik auf Sylt

Verdacht auf sexuellen Missbrauch unter Kindern in einer Kurklinik auf Sylt

Anlässlich der Berichterstattung in den Medien über Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs unter Kindern in einer Kurklinik auf Sylt nimmt der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein wie folgt Stellung: Der sexuelle Missbrauch in Institutionen ist lange Zeit tabuisiert und in seiner Bedeutung heruntergespielt worden. In der Vergangenheit trauten viele Kinder sich nicht, sich bei sexuellen Übergriffen an ihre Eltern oder Betreuer zu wenden. Das war bei den nun bekanntgewordenen Verdachtsfällen in der Kurklinik auf Sylt offenbar anders. Die Aussage des Sprechers des Klinikbetreibers DAK, Frank Meiners, laut DPA-Meldung, es habe sich bei den Verdachtsfällen „um erweiterte Doktorspiele auf freiwilliger Basis“ gehandelt, verkennt einen wesentlichen Aspekt: Auch in einer Kurzzeitgemeinschaft bildet sich eine soziale Hierarchie und Machtstruktur aus, die die Freiheit
des einzelnen beschränkt. Im Klartext heißt das, dass einige Kinder Aktivitäten nur deshalb mitmachen, weil sie Angst vor Folgen haben (müssen), wenn sie nein sagen. Ein Verdacht auf sexuellen Missbrauch in Institutionen darf in keinem Falle bagatellisiert werden. Vielmehr müssen Institutionen für die Kinder einen Rahmen herstellen, der einerseits Entwicklung ermöglicht und gleichzeitig den Schutz für alle Kinder innerhalb der Gemeinschaft gewährleistet.



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