28.04.2016 08:06

Tag für gewaltfreie Erziehung

30. April 2016 Tag der gewaltfreien Erziehung

Der Kinderschutzbund SH fordert: Keine Gewalt – weder in der Familie noch in Einrichtungen

 

KIEL Der Deutsche Kinderschutzbund Schleswig-Holstein fordert zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30. April ein gewaltfreies Aufwachsen für alle Kinder, sowohl in der Familie als auch in allen Institutionen.

 

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung“ – so steht es seit 2000 im Paragraph 1631 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Dieser beschränkt sich dabei nicht auf Eltern, sondern schließt jegliche Personen ein, die das Kind erziehen und in seiner Entwicklung unterstützen. „Damit legt das Gesetz fest, dass eine gewaltfreie Erziehung auch in allen Institutionen wie zum Beispiel Kita, Schule, stationären Einrichtungen wie Wohngruppen für Jugendliche gewährleistet werden muss“, betont Irene Johns, Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein.

 

Alle Kinder haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und den Schutz vor jeglicher Form von Gewalt unabhängig davon, woher sie kommen. Angesichts der aktuellen Situation von Kindern und Jugendlichen nach der Flucht fordert der Kinderschutzbund auch Institutionen wie Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte in den Blick zu nehmen. „Das gesamte Ankommens- und Aufnahmeverfahren in Deutschland ist immer noch auf Erwachsene ausgerichtet“, kritisiert Irene Johns. Der Kinderschutzbund fordert die Politik deshalb auf, hier Rahmenbedingungen zu schaffen, die Gewalt gegen Kinder verhindert. Gerade in Gemeinschaftsunterkünften müssen alle Beteiligten für das Thema Gewalt sensibilisiert werden. Zudem könnten betreute Schutz- und Freizeiträume für Kinder und Jugendliche dazu beitragen, dass Traumatisierung, Unsicherheiten und Ängste abgebaut werden.

 

„Wirksamer Kinderschutz gelingt aber nur in einem tragfähigen Netzwerk der beteiligten Fachleute und Institutionen“, erklärt Irene Johns. Deswegen arbeitet der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein gezielt mit Fachkräften aus dem Gesundheitswesen, der Schule oder der Kita zusammen, damit alle Lebensbereiche von Kindern fest in das Netzwerk zum Schutz von Kindern einbezogen sind. Am 30. April, dem Tag für gewaltfreie Erziehung, findet daher auch ein weiterer Fachtag „Kinderschutz im Gesundheitswesen“ in der Akademie der Ärztekammer in Bad Segeberg statt. „Der Kinderschutz ist eine wichtige Brücke zwischen Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen. Die nun schon bewährte Kooperation mit der Ärztekammer und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Schleswig-Holstein stärkt somit den Kinderschutz“, so Irene Johns weiter.

 

Der Kinderschutzbund ruft seit 2004 zum Tag der gewaltfreien Erziehung auf. Er soll Eltern darin unterstützen, ihre Erziehungskompetenz zu stärken und den Kinderrechten in der Familie Geltung zu verschaffen. Gleichzeitig mahnt der Tag der gewaltfreien Erziehung an, dass die gesamte Gesellschaft Verantwortung für ein gewaltfreies Aufwachsen aller Kinder trägt, also auch wenn sie in Institutionen betreut sind oder dort aufwachsen.

 



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