30.04.2013 11:00

Tag der gewaltfreien Erziehung

Pressemitteilung
                                                                                                                                             Kiel, 30.04.2013

KIEL – Anlässlich des Tages der gewaltfreien Erziehung fordert Irene Johns, Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein mehr Unterstützung für Familien durch den anhaltenden Ausbau eines umfassenden Netzwerks Früher Hilfen. „Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Kinder und ihre Eltern müssen weiter verbessert werden – und zwar von Anfang an. Erzieherische Kompetenz ist schließlich nicht angeboren, sie muss erlernt werden. Überforderung im Erziehungsalltag wird von vielen Eltern immer wieder als Grund angegeben, warum sie ihre Kinder körperlich bestrafen oder durch Anschreien, Beschimpfungen oder Abwertungen seelisch verletzen, obwohl sie eigentlich gewaltfrei erziehen wollen. Deshalb müssen wir auch Eltern so früh wie möglich Unterstützung und Orientierungshilfen in Sachen Erziehung bieten. Angebote des Kinderschutzbundes wie zum Beispiel Familienhebammenund paten, Elternkurse, Familienberatungsstellen oder auch das Elterntelefon sind effektive Präventionsmaßnahmen, die ansetzen, bevor Krisensituationen entstehen. Nur so können wir die Kinder langfristig schützen und verhindern, dass eine Gewaltspirale entsteht, “ erinnerte Johns heute in Kiel.

Seit 2000 ist die gewaltfreie Erziehung in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Mit dem gleichnamigen Tag macht der Deutsche Kinderschutzbund alljährlich am 30. April bundesweit auf dieses Recht aufmerksam. Im Paragraph 1631, Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) heißt es: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Mit dieser „Ächtung der Gewalt“ wurde die gewaltfreie Erziehung zur gesellschaftlichen Norm – ein hoher Anspruch, den sich laut Umfrage immerhin 85 Prozent der Eltern zu Eigen gemacht haben. Die Realität im deutschen Familienalltag sieht leider anders aus. Bei vierzig Prozent der Eltern kommt es dennoch zu Gewaltanwendungen. Laut Kriminalstatistik kommen in Deutschland jeden Tag sogar durchschnittlich drei Kinder durch Gewalt oder Vernachlässigung ums Leben. „Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit gilt es mit allen politischen und gesellschaftlichen Mitteln aufzuheben. Dafür setzen wir uns ein – am Tag der gewaltfreien Erziehung und an jedem anderen Tag im Jahr, “ betonte die Landesvorsitzende.

Mit seiner differenzierten Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit und einem umfangreichen Hilfsangebot für Kinder und Eltern in 28 Orts- und Kreisverbänden tritt der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein aktiv für den Schutz von Kindern vor Gewalt, Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung ein.



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