24.06.2011 09:52

Stellungnahme:

Populismus oder Ratlosigkeit? CDU fordert Einführung geschlossener Heime für jugendliche Intensivtäter

Wie am 22. Juni in den Kieler Nachrichten berichtet, fordert die CDU in Schleswig-Holstein die Unterbringung von jugendlichen Intensivtätern in geschlossenen Einrichtungen. Außerdem will sie mit dem Pilotprojekt „100 Helfer“ für eine Rund-um-Betreuung besonders selbst- und fremdgefährdender Jugendlicher sorgen. Die Betreuung soll durch Ehrenamtliche geleistet werden.

Hierzu erklärt Irene Johns, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein:
„Die Vorstellung, man schütze die Gesellschaft, indem man jugendliche Intensivtäter für eine längere Zeit von ihr fernhält, ist falsch! Kein jugendlicher Straftäter wird durch Einsperren therapiert. Sowohl Schleswig-Holstein als auch Hamburg haben ihre geschlossenen Heime aus gutem Grund abgeschafft: Es ist wissenschaftlich belegt, dass sie Probleme verschärfen, beispielsweise dadurch dass sie die Bildung von Banden fördern und die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen noch verstärken. Das Geld, das der Unterhalt solcher Einrichtungen kosten würde, sollte man besser in präventive Maßnahmen investieren. Außerdem könnte man jugendlichen Intensivtätern einen professionellen Betreuer zur Seite stellen. Ehrenamtlichen Helfer sollte diese extrem verantwortungsvolle und schwierige Aufgabe auf keinen Fall übertragen werden. „100 Helfer“ sind eine großartige Sache – aber nicht für die Betreuung jugendlicher Intensivtäter!“



Zurück