01.06.2017 08:39

Start der Badesaison

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein warnt vor mangelnder Schwimmkompetenz

KIEL Angesichts der am 01. Juni durch den Einsatzbeginn der Rettungsschwimmer offiziell startenden Badesaison warnt der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein noch einmal vor der oft unzureichenden Schwimmfähigkeit vieler Kinder. „Gerade in unserem Land zwischen den Meeren bringt Schwimmen nicht nur Spaß, ist gesund und fester Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe, sondern es ist für Kinder vor allem lebensnotwendig“, betont die Vorsitzende Irene Johns. „Deshalb ist es nicht hinnehmbar, dass nach Aussage der DLRG jeder zweite Viertklässler nicht sicher schwimmen kann“, mahnt Johns.
Dennoch finde der im Lehrplan für Grundschulen vorgesehene Schwimmunterricht in Schleswig-Holstein wegen fehlender Schwimmhallen oder Fahrmöglichkeiten längst nicht mehr überall statt, kritisiert die Landesvorsitzende. „Aber nicht alle Eltern haben die finanziellen Möglichkeiten, ihre Kinder zu privaten Schwimmkursen zu schicken, wenn der Schwimmunterricht in der Schule ausfällt“, gibt Irene Johns zu Bedenken. „Mit dem Ergebnis, dass vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien Probleme haben, sicher Schwimmen zu lernen“, so Johns weiter.

Der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein weist schon lange auf den dringenden Handlungsbedarf hin. Zuletzt in den Wahlprüfsteinen zur Landtagswahl, in denen der Verband fordert, den  Schwimmunterricht an Grundschulen für alle Schülerinnen und Schüler durch verbindliche Regelungen sicher zu stellen.
„Im letzten Jahr haben wir mit Unterstützung der Stiftung „R.SH hilft helfen“ Spendengelder gesammelt, um mit den Kooperationspartnern DLRG, Ministerium für Schule und Berufsausbildung, dem Landesschwimmlehrerverband und dem Schleswig-Holsteinischen Schwimmverband zu erproben, unter welchen Bedingungen trotz fehlender Schwimmhalle vor Ort und trotz weiter Fahrtwege, der Schwimmunterricht für Grundschüler durchgeführt werden kann. Erste Pilot-Projektwochen für Grundschüler wurden durchgeführt, weitere sollen in diesem Jahr folgen“, berichtet Irene Johns.“ Das Ziel müsse sein, dass jeder Grundschüler spätestens mit Abschluss der vierten Klasse sicher schwimmen könne, betont die Landesvorsitzende.
„Darüber hinaus ist es aber auch wichtig, Eltern und Betreuungspersonen von Kindern immer wieder für die Gefahren zu sensibilisieren. Zum Saisonstart können sie zum Beispiel mit ihren Kindern die Baderegeln wiederholen oder auch ein paar praktische Schwimm- und Verhaltensübungen machen“, empfiehlt die Kinder- und Jugendpsychologin. „Schwimmfähigkeit und Schwimmsicherheit von Kindern ist ein Thema, dass alle im Blick behalten müssen – ganz besonders zur Badesaison“, fordert Irene Johns.



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