14.08.2018 15:00

Schwimmen zu können ist mehr als den Kopf über Wasser zu halten

Sommertour Eka von Kalben zu Gast beim Kinderschutzbund SH in Stormarn

Bargteheide/KIEL Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein (DKSB LV SH) ist heute (14. August 2018) in Bargteheide Gastgeber für einen Stopp der Sommertour „Schwimmen lernen!“ von der Vorsitzenden der Landtagsfraktion Bündnis 90/ DIE GRÜNEN, Eka von Kalben.

Seit Sommer 2014 weist der Kinderschutzbund auf den Missstand hin, dass jeder zweite Viertklässler nur unzureichend schwimmen kann. Um hier vor Ort Abhilfe zu schaffen und Kindern das Schwimmen lernen zu ermöglichen, initiierte der DKSB LV SH auf Landesebene gemeinsam mit anderen Institutionen Spendenaktionen, die insgesamt rund 40.000 Euro für „Schleswig-Holstein lernt Schwimmen“ einbrachten und bis heute knapp 300 Kindern einen Schwimmkurs ermöglichten.

Zusätzlich werden in einigen Orts- und Kreisverbänden des Kinderschutzbundes Schwimmkurse für benachteiligte Kinder oder Spendenaktionen für Schwimmbad-Freikarten organisiert. 

Das kann aber nichts an der betrüblichen Tatsache ändern, dass rund an einem  Viertel der 394 Grundschulen im Land mit 101.200 Schüler/-innen der laut Lehrplan obligatorische Schwimmunterricht in der 4. Klasse nicht durchgeführt wird.

„Dabei kann es nicht bleiben! Die Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag 2017 formuliert, dass sie das Ziel unterstützen, dass alle Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit schwimmen lernen. Bisher ist leider wenig passiert, damit wir diesem Ziel näherkommen“, mahnt Irene Johns, Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes in Schleswig-Holstein. Der Kinderschutzbund hat Eka von Kalben daher eingeladen, um seine Aktivitäten zu diesem Thema vorzustellen und das Thema in der Landesregierung voranzubringen. Ein erster Vor-Ort-Termin fand am 13. August in Rendsburg beim Kinderschutzbund Ortsverband Rendsburg statt.

Die Grüne Fraktionsvorsitzende Eka von Kalben: „Mit meiner diesjährigen Sommertour möchte ich ein besonderes Augenmerk auf das Thema Schwimmen in Schleswig-Holstein legen. Es kann doch nicht sein, dass mehr als die Hälfte der Kinder in Schleswig-Holstein nicht schwimmen können. Kommunen, Vereine und Schulen müssen bei ihren Angeboten für das Schwimmen lernen unterstützt werden. Gerade in einem Land, das so sehr von Wasser geprägt ist, ist es nicht hinnehmbar, wenn wir hierbei nicht gemeinsam weiterkommen. Saubere Gewässer und intakte Schwimmbäder sind deshalb ein Angebot, das Schleswig-Holstein für alle Menschen, die hier leben und Urlaub machen wollen, vorhalten soll.“

Der Kinderschutzbund geht davon aus, dass weder die Kommunen als Schulträger vor Ort noch das Land allein im Sinne der Kinder kurzfristig eine Lösung finden können, um für gesicherten Schwimmunterricht an allen Grundschulen zu sorgen. Die Landesregierung sollte dafür entschlossen die Initiative ergreifen, so Irene Johns weiter. „Leider haben wir zurzeit den Eindruck, dass es für zu viele Kinder im Land von der Initiative einzelner Organisationen wie dem Kinderschutzbund abhängt, ob sie auch ohne individuelle Förderung von Eltern oder Schule schwimmen lernen“, macht Irene Johns deutlich. 

Beim Schwimmunterricht sollte es nicht nur darum gehen, Schwimmen als überlebenswichtige Kompetenz zu lernen, sondern auch darum, das Erlernte durch weiteren regelmäßigen Unterricht zu vertiefen. „Denn ein „Seepferdchen“-Abzeichen an der Badehose heißt noch lange nicht, dass ein Kind sich selbst retten kann, wenn es beim Spielen, bekleidet mit Übergangsjacke und Gummistiefeln, in einen Teich fällt. Auch zur Vertiefung des im Schwimmunterricht Erlernten sollte es daher ein Konzept geben. Uns als Kinderschutzbund ist aber auch der Aspekt der sozialen Teilhabe insbesondere für Kinder aus benachteiligten Familien wichtig“, so Irene Johns. „Saison- oder Ferienkarten kosten nun mal Geld, das vor allem ärmere oder kinderreiche Familien nicht haben“, so Irene Johns weiter.

Der Kreisverband Stormarn setzt im Rahmen seines Familienhilfe-Notfonds seit 8 Jahren Spendengelder ein, um benachteiligten Kindern und Familien mit Saisonkarten den regelmäßigen Besuch des Freibades in Bargteheide zu ermöglichen. Außerdem finanziert der Kinderschutzbund mit Spendengeldern Schwimmkurse für Kinder aus benachteiligten Familien. Ingo Loeding, Kreisgeschäftsführer des Kinderschutzbundes in Stormarn, erklärt dazu: „Für ärmere Kinder den Eintritt ins Schwimmbad kostenlos zu machen, gehört zu den einfachsten und effektivsten Maßnahmen, um ihnen Teilhabe zu ermöglichen. Mit relativ geringem finanziellen Aufwand können sehr viele Kinder profitieren. Sie benötigen lediglich eine Badehose oder einen Badeanzug. Schwimmen zu gehen ist für Kinder und Jugendliche immer noch ein wichtiges soziales Event, es ist gesund und macht Spaß.“ Im Laufe der Jahre haben fast 1.000 Kinder nicht nur viel Vergnügen im Freibad gehabt, sondern auch mit ihren Eltern und Geschwistern oder in der Gruppe ihres Kinderhauses BLAUER ELEFANT die wertvolle Erfahrung von unbeschwerter Freizeit gemacht und „nebenbei“ ihre Schwimmfähigkeit trainiert.

Foto, v.L.: Wiebke Jarling-Witt (Bündnis 90/Die Grünen), Claudia Mac Arthur (Bündnis 90/Die Grünen), Michael Eggerstedt (Kinderschutzbeauftragter Kreis Stormarn), Ingo Loeding (Kinderschutzbund Stormarn), Birgitt Zabel (Kinderschutzbund Stormarn), Eka von Kalben (Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen des Schleswig-Holsteinischen Landtags), Irene Johns (Landesvorsitzende DKSB LV SH)


v.L.: Wiebke Jarling-Witt, Claudia Mac Arthur, Michael Eggerstedt, Ingo Loeding, Birgitt Zabel, Eka von Kalben, Irene Johns

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