25.06.2015 09:05

Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen


Kinderschutzbund: Wohl und Rechte der Kinder stehen immer an erster Stelle

KIEL Angesichts der Diskussion über das veröffentlichte Kanzleigutachten zum Entwurf einer neuen „Landesverordnung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen“ ruft die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein Irene Johns zur Konzentration aufs Wesentliche auf. „Es geht vor allem anderen um die nachhaltige Sicherung des Kindeswohls und der Kinderrechte. Um Missstände aufzuarbeiten und neue Wege zu finden, muss diskutiert, aber auch gehandelt werden. Es liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Heimaufsicht des Landesjugendamtes, örtlichen Jugendämtern und Trägern der Heimeinrichtungen, dafür zu sorgen, dass jungen Menschen mit vielschichtigen Problemlagen optimale Förderung und Schutz geboten wird. Das vorrangige Ziel aller Beteiligten müssen Heimrichtlinien sein, die sich an den Leitsätzen der UN-Kinderrechtskonvention orientieren“, betont Johns.

 Entwürdigende und freiheitsberaubende Erziehungsmethoden, wie sie mit der Friesenhof-Einrichtung in Zusammenhang gebracht werden, seien entschieden abzulehnen. „Nur Offenheit und die Beteiligung von Kindern fördern die Entwicklung junger Menschen zu Mündigkeit und eigenverantwortlichem Handeln“, erklärt Irene Johns.

 „Was gefordert ist, sind weiterentwickelte Standards, um das Wohl und die Rechte von Kindern zu sichern. Heimeinrichtungen, die die strukturellen und personellen Voraussetzungen haben, um den Schutz und die Förderung auch von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Belastungen sicher stellen zu können. Dazu werden zum einen angemessene Personalschlüssel benötigt, die auch besonderen Situationen in den Einrichtungen gerecht werden. Zum anderen müssen die Mitarbeiter über entsprechende fachliche Qualifikationen verfügen“, führt die Landesvorsitzende aus.

Hinzu komme ein klares Anforderungs- und Qualifikationsprofil für die Heimaufsicht mit einem entsprechenden Personalschlüssel, um regelmäßige und qualifizierte Kontrollen durchführen und beraten zu können. Zudem sei es in der Kinder- und Jugendhilfe wichtig, immer die Möglichkeit der unabhängigen Beratung und Beschwerde zu geben. Deshalb solle der Ausbau von Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren der betreuten Kinder und Jugendlichen entsprechend des Bundeskinderschutzgesetzes vorangetrieben und eine externe Ombudsstelle eingerichtet werden.

„Um den Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen sicherzustellen und sie bestmöglich unterstützen und fördern zu können, brauchen wir eine Kultur der Partizipation, Transparenz und Wertschätzung“, fordert Irene Johns.



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