04.09.2017 09:02

Schulstart 2017

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein fordert Kostenentlastung für Eltern von Schulkindern

 

KIEL Die Ferien gehen zu Ende, doch statt sich auf den spannenden Schulstart ihrer Kinder zu freuen, erleben Eltern schon beim ersten Einkauf der benötigten Materialien eine böse Überraschung - Schulbildung ist teuer!
Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein e.V. mahnt daher erneut, endlich geeignetere finanzielle Unterstützungsangebote zu schaffen, um insbesondere Eltern mit keinem oder nur geringem Einkommen zu entlasten. „Wenn der Schulbesuch des Kindes für Familien zur extremen finanziellen Belastung wird, kann von Bildungsgerechtigkeit keine Rede sein“, kritisiert die Landesvorsitzende Irene Johns. „Es ist unzumutbar, dass erwiesenermaßen bereits die durchschnittlichen Ausgaben für schulische Ausstattung, Bücher, Verbrauchsmaterial, Sportkleidung, Unternehmungen, Versorgung und Nachhilfeunterricht die Leistungen des Bildungs-und Teilhabepakets von 100 Euro oft um das Zehnfache übersteigen“, führt Johns weiter aus.
Seit 2013 engagiert sich der Kinderschutzbund zusammen mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft für Chancengerechtigkeit durch tatsächliche Lernmittelfreiheit. 2015 konnte ein Landtagsbeschluss zur Erhebung der Schulkosten erwirkt werden. Die Studie bestätigte, dass die Kosten für die schulische Bildung von Kindern insbesondere für Eltern mit keinem/geringem Einkommen zu hoch seien und verdeutlichte damit die Notwendigkeit, geeignete finanzielle Unterstützungsangebote zu schaffen.[1]

Der Deutsche Kinderschutzbund Schleswig-Holstein hat auf Basis dieser vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik durchgeführten repräsentativen Erhebung [2] Forderungen zur finanziellen Entlastung von Schulkindern und ihren Eltern aufgestellt. Darunter fallen unter anderem

-        die kostenfreie Bereitstellung von Verbrauchsmaterialien und Arbeitsbüchern, Lektüren und Atlanten;

-        Obergrenzen für die Kosten von Klassenfahrten, sowie für den Geltungsbereich des Bildungs- und Teilhabepaketes die Übernahme aller Kosten, auch die der halbtägigen Ausflüge und Zusatzkosten;

-        Kostenfreiheit für alle Betreuungs- und Bildungsangebote im Ganztagbereich;

-        Individuelle Lernförderung und professionelle Betreuung durch Lehrkräfte und weitere schulische Fachkräfte anstelle von privater Nachhilfe;

-        kostenfreies Mittagessen.

 „Es ist jetzt an der Landesregierung, die Ergebnisse und Empfehlungen der Studie umzusetzen“, erinnert die Landesvorsitzende des DKSB SH. Im März 2017 habe der Bildungsausschuss unter Vorsitz von Anke Erdmann (Bündnis 90/ Die Grünen) den Änderungsbedarf bereits entsprechend formuliert und Empfehlungen erarbeitet [3], so Johns weiter. „Um allen Schülern möglichst optimale Bildungschancen zu ermöglichen, muss endlich gehandelt werden. Schließlich sind die meisten der rund 120.000 Kinder und Jugendlichen, die in Schleswig-Holstein ein Bildungs-und Teilhabepakets Bezugsrecht haben, als Schüler betroffen“, betont Irene Johns.



[1] Vgl. Schleswig-Holsteinischer Landtag – Drucksache 18/4685 vom 27.09.2016

[2] Abschlussbericht, Stand vom 4.Juli 2016, S. 19

[3] Vgl. Schleswig-Holsteinischer Landtag – 18-094_03-17_Anlagen vom 30. März 2017



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