05.02.2016 09:29

Safer Internet Day

Safer Internet Day am 9. Februar 2016:

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein mahnt zur Schulung der Medienkompetenz

KIEL Der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein erhält vermehrt Rückmeldungen von Eltern, die sich über den steigenden Medienkonsum ihrer Kinder sorgen, sowie den damit verbundenen Gefahren. Dementsprechend zeigen aktuelle Studien zur Mediennutzung, dass bereits 64 Prozent der 8- bis 14-Jährigen über das Smartphone auf das Internet zugreifen können. Bei den 13- und 14-Jährigen sind es bereits 86 Prozent. 21 Prozent der Befragten zeigen eine auffällig starke Handynutzung; acht Prozent gelten als "suchtgefährdet" (LfM-Studie, 2015).

„Die Digitalisierung der kindlichen Lebenswelt verläuft rasant. Da bleibt die nachhaltige Wahrnehmung der Risiken leider oft auf der Strecke“, warnt die Landesvorsitzende Irene Johns. „Kinder und Jugendliche erkennen noch nicht alle Gefahren, während Eltern und pädagogische Fachkräfte mit dem Thema Datenschutz mitunter überfordert sind. Deshalb ist es nicht nur am Safer Internet Day ungemein wichtig, für das Thema zu sensibilisieren und ein kritischeres Bewusstsein für Datenschutz zu schaffen. Was wir unbedingt brauchen, ist eine stärkere Medienkompetenz – und zwar schon so früh wie möglich, bedenkt man, dass laut einer qualitativen Studie des Hans-Bredow-Instituts bereits Zweijährige häufig Tablets nutzen.“, so Johns.

Ein Zusammenschluss verschiedener Initiativen und Organisationen zur Bündelung der Kompetenzen und Ressourcen ist eine wichtige Voraussetzung, um Medienbildung sicher zu stellen. Damit Kinder und Jugendliche sich selbständig und verantwortungsvoll im Internet bewegen können, benötigen sie Begleitung.

Mit dem kostenlosen Präventionsprojekt Firewall Live beispielsweise stärkt der Deutsche Kinderschutzbund bundesweit – zusammen mit der Krankenkasse Knappschaft – bereits seit vier Jahren die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen und fördert deren sicheren Umgang mit dem Internet und den sozialen Netzwerken. Seit dem Start im Jahr 2012 waren die Krankenkasse Knappschaft und der DKSB mit Firewall Live bundesweit bereits an 34 Schulen unterwegs. 2016 wird das Programm an weiteren 25 Schulen durchgeführt. Außerdem wird in einer neuen Pilotphase an fünf Schulen eine Multiplikatoren-Ausbildung für Schülerinnen und Schüler erprobt.

Zudem unterstützt der DKSB - neben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Initiative D21 e.V., der Stiftung Digitale Chancen und der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern - als Fördermitglied die mehrfach ausgezeichnete Medienkompetenzinitiative Internet-ABC durch Teilnahme an Gremiensitzungen oder Erstellung redaktioneller Beiträge für die Webseite.

Des Weiteren fungiert der DKSB – neben anderen Vertreterinnen und Vertretern gesellschaftlicher Gruppen und Institutionen – als Beiratsmitglied bei der Stiftung Digitale Chancen. Die Stiftung verfolgt unter anderem das Ziel, mehr Menschen für die Möglichkeiten des Internets zu interessieren und sie bei der Nutzung zu unterstützen. Dabei geht es auch darum, dem Ausschluss benachteiligter Bevölkerungsgruppen von der Entwicklung zur Informationsgesellschaft entgegenzuwirken.

Als eine von mehr als 30 Organisationen aus vielen Ländern hat der DKSB ebenfalls die internationale Ächtung von Missbrauch und sexueller Ausbeutung von Kindern im Internet gefordert und das Communiqué „Keine Grauzonen im Internet“ unterzeichnet. Dabei geht es um die allgemeine Ächtung und auch um die Möglichkeit der Löschung von sexualisierten Darstellungen von Kindern, die sie in erotischen oder zweideutigen Posen zeigen, und somit (noch) nicht die Grenzen des Gesetzes überschreiten, um als Darstellungen des sexuellen Missbrauchs zu gelten. Gleichwohl stellen die Abbildungen ihrem Wesen nach eine Form der Ausbeutung dar und verletzen damit die Würde der Kinder und ihr Recht auf Privatsphäre, außerdem schädigen sie ihr Gefühl der Sicherheit. Der DKSB unterstützt die weltweite Ächtung und Bekämpfung dieser Bilder (www.i-kiz.de/NGA2015/).

Den direkten Draht bei „Web-Problemen“ bieten die kostenlosen und anonymen Sorgentelefone des Kinderschutzbundes in Zusammenarbeit mit Nummer gegen Kummer e.V. an. Unter der Rufnummer 116 – 111 haben geschulte Beraterinnen und Berater ein offenes Ohr für alle Fragen von Kindern und Jugendlichen. Zudem sind auch Ansprechpartner per Mail erreichbar (www.nummergegenkummer.de). Bei Erziehungsfragen kann darüber hinaus das Elterntelefon unter der Nummer 0800 –1110 550 genutzt werden. Probleme wie Cybermobbing und Sexting sind hier bei den Hilfesuchenden bereits ein wiederkehrendes Thema.

Die „Nummer gegen Kummer“ ist die deutsche Helpline in Kooperation mit klicksafe, einer Initiative im CEF Telecom Programm der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet (www.saferinternet.de).

 

Auf den Internetseiten von Klicksafe ( www.klicksafe.de ) finden interessierte Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte eine Vielzahl von gut aufbereiteten und hilfreichen Materialien zu unterschiedlichsten Medienkompetenzthemen, wie bspw. Datenschutz, Cybermobbing, Facebook, Handynutzung etc.

In diesem Jahr findet der Safer Internet Day unter dem Motto "Play your part for a better internet" statt. Weitere Informationen gibt es unter http://www.klicksafe.de/ueber-klicksafe/safer-internet-day/sid-2016/ . Der Safer Internet Day ist der internationale Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet, welcher seit 2008 jedes Jahr am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats stattfindet.

Hintergrund ist die von der EU erkannte Notwendigkeit, die sichere Nutzung moderner Kommunikationsmittel und den Schutz von Verbrauchern vor unerwünschten Inhalten zu fördern. Aus diesem Grund startete die EU 1999 das "Safer Internet Programm": einen Aktionsplan, dessen Schwerpunkte die Bekämpfung von illegalen, unerwünschten oder schädlichen Inhalten sowie die Förderung eines sicheren Umfelds und die Sensibilisierung darstellen.



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