07.11.2016 07:26

Ostseeraum

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein

setzt sich für grenzüberschreitenden Kinderschutz im Ostseeraum ein

 

KIEL In Zeiten zunehmender Globalisierung drängt der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein e.V. darauf, sich in Sachen Kinderschutz stärker über Ländergrenzen hinaus zu öffnen. „Nicht erst durch zunehmende Flüchtlingsbewegungen wird  die grenzüberschreitende Elternschaft immer häufiger zum Thema“, erklärt die Vorsitzende Irene Johns. „Damit, dass auch im Zuge des anhaltenden Globalisierungsgedankens vermehrt Eltern mit unterschiedlicher Staatsangehörigkeit, mit oder ohne ihre Kinder getrennt voneinander in unterschiedlichen Ländern leben, sind ganz neue Problemlagen für Kinder und Familien entstanden.“, so Johns. Diese beträfen nicht nur die Beratung oder Hilfen zur Erziehung, sondern auch den Schutz von Minderjährigen in Gefährdungssituationen oder zum Beispiel die Mitwirkung bei Trennungs- bzw. Scheidungsverfahren, führt die anerkannte Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin aus.

 

Diese Problematik stand auch im Mittelpunkt eines Gespräches[1], das die Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein vor kurzem mit Svetlana Agapitova, der Ombudsfrau für die Rechte der Kinder in St. Petersburg führte. Der Austausch machte deutlich, dass gegenseitige Aufklärung und sachliche Information über die jeweils länderspezifische Arbeitsweise von Hilfesystemen wie das Jugendamt oder Einrichtungen der freien Jugendhilfe sowie über rechtliche Grundlagen dringend notwendig sind. „Unser Ziel ist eine nachhaltig funktionierende länderübergreifende Zusammenarbeit zum Wohl der Kinder“, betont Irene Johns in Bezug auf das Informationstreffen in der russischen Ostseemetropole  „Der anhaltende Konflikt mit Russland darf nicht zu Lasten der Verständigung im Kinderschutz gehen – und damit zu Lasten der Kinder“, mahnte Johns.

 


[1] Organisiert von Dr. Gabriele Klötschau als Leiterin der Vertretung der Handelskammer Hamburg in St. Petersburg.



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