03.12.2010 10:25

Kummer mit der "Nummer gegen Kummer"

Kummer mit der „Nummer gegen Kummer“: Kürzungen gefährden wichti-ges Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche

Den Kinder- und Jugendtelefonen sowie Elterntelefonen drohen Kürzungen von 30 Pro-zent der Landesmittel. Wenn diese Kürzungen tatsächlich vorgenommen werden, muss dieses so wichtige niedrigschwellige Hilfsangebot eingeschränkt werden. „Eine solche Einschränkung kann von der Politik nicht wirklich gewollt sein. Sie trifft vor allem hilfesuchende Kinder und Jugendliche in erheblichem Ausmaß“, sagt Irene Johns, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein.
40.000 Kinder und Jugendliche wenden sich jährlich mit ihren Sorgen und Nöten an die „Nummer gegen Kummer“, die landesweiten Kinder- und Jugendtelefone. Geschützt durch die Anonymität erzählen sie von normalen Alltagssorgen, wie Liebeskummer, aber auch von Mobbing, Gewalt in der Familie oder Bedrohung und Einschüchterung durch andere Kinder und Jugendliche. Mehr als 200 ehrenamtliche Berater sorgen dafür, dass jemand für diese Kinder da ist, ihnen zuhört und ihnen hilft. Die geschulten Be-rater am Telefon bauen den Kindern Brücken und zeigen ihnen Wege auf aus ihrer see-lischen und manchmal auch körperlichen Not. Die Telefone sind täglich besetzt – mit Ausnahme von Sonntag. Um dieses Angebot aufrecht zu erhalten, bringt der Kinderschutzbund bereits jetzt neben den Landesmitteln rund 80.000 Euro aus Spenden und anderen Eigenmitteln auf. „Sollten die Kürzungen wirklich beschlossen werden, sehen wir uns gezwungen, die Beratungszeiten und den Beratungsumfang zu reduzieren. Wir sehen uns nicht in der Lage, die Kürzungen auf anderem Wege zu kompensieren“, so Johns. Sie appelliert dringend an die Landespolitiker, von den Kürzungen Abstand zu nehmen.


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