10.03.2015 09:21

Kongress

Kongress: Kinder mit chronischen Erkrankungen in KiTa und Schule – Weiter gedacht! 

 

KIEL Chronisch kranke Kinder und Jugendliche, ihre Eltern und ihr Umfeld in KiTa und Schule müssen sich gerade durch immer mehr Ganztagsbetreuung neuen Herausforderungen stellen. Denn die Akteure aus dem Gesundheitswesen, der Eingliederungshilfe, der Jugendhilfe sowie KiTa und Schule müssen miteinander auch an Stellen kooperieren, die bislang nicht definiert sind. Der Kongress „Wir gehören dazu! Kinder mit chronischen Erkrankungen in KiTa und Schule – Weiter gedacht!“ heute (10. März 2015) nimmt Lösungsansätze in den Fokus. Ein erster Fachkongress zeigte 2013, dass die angesprochenen Fachleute erheblichen Bedarf an weiteren Informationen für ihren Arbeitsalltag und auch am Austausch mit Akteuren anderer Professionen haben. Der Verein Landesgesundheitsprojekte und der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein sind die Veranstalter des Kongresses, das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung sowie die Fachhochschule Kiel, Hochschule für angewandte Wissenschaften sind Mitveranstalter.

 

Sozialministerin Kristin Alheit eröffnet den Kongress und betont: „Wir wollen dazu beitragen, die Betreuung von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf im Sinne betroffener Kinder und deren Familien zu gestalten. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, Erfahrungen der Praxis auszutauschen und wichtige neue fachliche Impulse zu erhalten".

 

„Die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen verfügt heute über bessere Entwicklungschancen denn je. Gleichzeitig ist bei Kindern und Jugendlichen aber auch die Gruppe mit komplexen psychosozialen und gesundheitlichen Problemen stark angewachsen. Diese „neue Morbidität“ erfordert neue gesundheitspolitische Analysen und Weichenstellungen. Es ist die zentrale Zielsetzung des Vereins Landesgesundheitsprojekte e.V. auf solche Entwicklungen frühzeitig hinzuweisen und an Lösungskonzepten mitzuwirken. Der zweite Kongress ist eine Fortsetzung dieser dringend erforderlichen Diskussion zwischen den Fachleuten, Experten, politisch Verantwortlichen und Betroffenen“, so Jutta Schümann, Vorsitzende des Vereins Landesgesundheitsprojekte e.V.

 

Die UN-Kinderrechtskonvention formuliert u.a., dass Kinder ein Recht auf Bildung (Artikel 29), ein Recht auf Beteiligung an Freizeit (Artikel 31) und ein Recht auf Gesundheitsvorsorge (Artikel 24) haben. Und Kinder mit Behinderungen haben ein Recht auf besonderen Schutz (Artikel 23). „Allein diese Kinderrechte machen deutlich, dass wir auch einen besonderen Blick auf Kinder mit chronischen Erkrankungen werfen sollten. Kinder mit chronischen Erkrankungen müssen die gleichen Möglichkeiten an Bildung und Teilhabe bekommen. Dafür stehen wir ein. Wir müssen also die Situation für chronisch kranke Kinder verbessern“, erklärt Irene Johns, Landesvor-sitzende des Kinderschutzbundes.

 

Für die BARMER GEK, die den Kongress unterstützt, erklärt Schleswig-Holsteins Landesgeschäftsführer Thomas Wortmann: „Für Kinder sind Kita und Schule ein wichtiger Begleiter für ein gesundes Großwerden. Mit verschiedenen Präventionsangeboten beispielsweise für Bewegung, Ernährung oder psychische Gesundheit wollen wir dort einen Beitrag dazu leisten. Für chronisch kranke Kinder möchten wir mit den umfassenden Leistungen der Krankenversicherung zudem für eine gute Lebensqualität sorgen, damit sie überall aktiv einbezogen werden können.“

 

„In einer durchschnittlichen Kita-Gruppe oder Schulklasse mit 22 bis 24 Kinder sitzen 2-3 chronisch kranke Kinder. KiTa und Schule sind auf die Ganztagsbetreuung von Kindern z.B. mit Diabetes Typ 2, Asthma oder Lebensmittelunverträglichkeiten nicht ausreichend vorbereitet“, sagt  Irene Johns. „Es geht um praktische Fragen wie der nach dem Handlungsleitfaden bei einem Insulinschock, aber auch darum, wie die unterschiedlichen Bereiche Gesundheits-, Eingliederungs-  und Jugendhilfe sowie KiTa und Schule die Lücken schließen, die sich im Alltag eines chronisch kranken Kindes oder Jugendlichen zeigen“, so die Veranstalterinnen Irene Johns und Jutta Schümann.

 

Als Fortsetzung des ersten Kongresses sollen die Teilnehmer, Fachleute wie ErzieherInnen, LehrerInnen, ElternvertreterInnen, SozialarbeiterInnen und weitere, Ideen für Lösungsansätze wie das skandinavische Modell einer School Health Nurse, also einer Krankenschwester an einer Schule, kennen lernen. Zeit zum Austausch bieten die Workshops zu Krankheiten wie Neurodermitis, Asthma, Diabetes oder anderen Themen wie Reha bei chronischen Erkrankungen, Schulsozialarbeit, pädagogische Unterstützung für die Eltern von chronisch kranken Kindern, Leistungen für chronisch kranke Kinder von Kranken- und Rentenversicherung.

 



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