07.11.2013 11:45

KiTa-Ausbau

Pressemitteilung

Kinderschutzbund zum KiTa-Ausbau: Quantität – aber bitte ohne Qualitätsverlust!

KIEL – Die Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein Irene Johns begrüßte heute den laut Sozialministerium zügigen Ausbau der Kinderbetreuung und die Bereitstellung weiterer zehn Millionen Euro für den Krippenausbau durch das Land Schleswig-Holstein. „Allerdings muss verstärkt darauf geachtet werden, dass hier die Quantität nicht auf Kosten der Qualität geht“, warnte Johns. „Die KiTa-Betreuung soll schließlich auch frühkindliche Bildung und Erziehung beinhalten, und die kann nur durch adäquate strukturelle und personelle Rahmenbedingungen gewährleistet werden.“

Deshalb fordert der Deutsche Kinderschutzbund auch dringend ein Betreuungsqualitätsgesetz, das entsprechende Standards bundesweit sichert und die Qualitätsentwicklung vorantreibt.

Dem nach Angaben des Sozialministeriums zunehmend genutzten Betreuungsgeld steht der Kinderschutzbund hingegen unverändert kritisch gegenüber. Es verleitet Familien mit niedrigem Einkommen dazu, aus finanziellen Gründen auf eine öffentlich geförderte Betreuung zu verzichten. „Damit wird leider besonders in Armut lebenden Kindern oft die Möglichkeit genommen, den schwerwiegenden Folgen, wie schlechteren Bildungschancen, einer eingeschränkten körperlichen und gesundheitlichen Entwicklung und einer geringen sozio-kulturellen Teilhabe frühzeitig entgegenzuwirken“, erinnerte Irene Johns. „Allein deshalb sollte das Betreuungsgeld wieder abgeschafft und die Mittel lieber in den weiteren qualitativ hochwertigen Ausbau der Kinderbetreuung investiert werden.“ 

In Schleswig-Holstein leben entsprechend dem Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket 120.000 Kinder in Armut. Deutschlandweit sind es 2,5 Millionen. Der Deutsche Kinderschutzbund fordert deshalb von der neuen Bundesregierung, den Schwerpunkt auf die Förderung von bedürftigen Familien zu legen. Der Kinderfreibetrag darf nicht erhöht werden und das Kindergeld muss schrittweise zu einer sozial gerechten Grundsicherung von 536 Euro pro Monat ausgebaut werden. Der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein ist die politisch unabhängige Lobby für Kinder. Er tritt für die Rechte und das Wohlergehen der Kinder ein. In Schleswig-Holstein engagieren sich im Kinderschutzbund über 3000 Mitglieder in 29 Orts- und Kreisverbände.



Zurück