14.03.2012 19:00

Kinderschutzfachtag

Staatssekretärin Bonde eröffnet Kinderschutzfachtagung „Was früh hilft…“ in Bad Segeberg – Schwerpunkt Frühe Hilfen


BAD SEGEBERG. Mehr als 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden bei der Kinderschutzfachtagung „Was früh hilft…“ am Mittwoch, den 14. März, in Bad Segeberg erwartet. Dr. Bettina Bonde, Staatssekretärin für Arbeit, Soziales und Gesundheit eröffnet die Tagung, die vom Ministerium gemeinsam mit dem Deutschen Kinderschutzbund Landesverband S.-H., der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung und dem Nationalen Zentrum für Frühe Hilfen veranstaltet wird.
Vor dem Hintergrund des seit Jahresbeginn geltenden neuen Bundeskinderschutzgesetzes bietet die Tagung den beteiligten Fachkräften aus dem Jugend- und Gesundheitsbereich die Möglichkeit, sich über neue fachliche Entwicklungen zu informieren, Beispiele guter Praxis kennenzulernen und sich auszutauschen. Das Bundeskinderschutzgesetz soll Prävention und Intervention im Kinderschutz gleichermaßen stärken. Es basiert auf einem breit geführten fachlichen Diskurs und berücksichtigt auch die Erfahrungen zum Thema Frühe Hilfen, die die Bundesländer in den letzten Jahren gemacht haben. Prävention und frühe Hilfen werden in den Kommunen Schleswig-Holsteins schon seit geraumer Zeit mit Erfolg praktiziert. Das Landeskinderschutzgesetz legt einen Schwerpunkt auf die frühen und rechtzeitigen Hilfen für Kinder und Familien.
Dr. Bonde betont anlässlich der Eröffnung: „Bei Frühen Hilfen geht es darum, durch frühzeitige Unterstützung schon von der Schwangerschaft an ein gesundes Aufwachsen der Kinder zu fördern. Es sollen von vornherein Entwicklungen vermieden werden, die zu Gesundheitsrisiken, Vernachlässigung oder Misshandlung des Kindes führen könnten. In Schleswig-Holstein arbeiten zahlreiche Beteiligte dabei engagiert zusammen, um einen effektiven Kinderschutz zu praktizieren“. Sozialpädagogen, Psychologen, Ärzte und andere Fachkräfte wie Familienhebammen stärken die Kompetenzen der Eltern und helfen Familien, sichere Eltern-Kind-Beziehungen aufzubauen. Erprobte Maßnahmen gibt es in Schleswig-Holstein viele. Ziel ist es dabei, die Familien mit Kindern so früh wie mögliche zu erreichen und Zugang zu Unterstützung und Hilfe zu ermöglichen, wenn sie diese benötigen. Ein weiteres Augenmerk wurde in Schleswig-Holstein auf die Bildung von Netzwerken gelegt, in denen alle Berufsgruppen, die zum Wohle der Kinder und Unterstützung der Eltern arbeiten, sich austauschen und gemeinsam Arbeitsabläufe optimieren können.
Einen wichtigen Beitrag im Hilfesystem der Frühen Hilfen leisten die Kinderschutz-Zentren mit ihren speziellen Fachkenntnissen und Angeboten, wie Irene Johns, Vorsit-zende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein, verdeutlicht: „In den Kinderschutz-Zentren sind seit dem Jahr 2000 die Hilfeanfragen für Kinder von 0 bis 7 Jahren von 20 auf 50 Prozent gestiegen. Das zeigt den enormen Bedarf an Frühen Hilfen.“ Belastungen werden damit heute rechtzeitiger erkannt. Hilfen setzen früher an und so wird den Kin-dern ihr Leidensweg verkürzt oder sogar erspart. Die Kinderschutz-Zentren verfügen sowohl über Kenntnisse in der Entwicklungspsychologie des Säuglings- und Kleinkindalters als auch über therapeutisches Fachwissen zu gewaltbelasteten Traumatisierungen. „Dieses Fachwissen ist unerlässlich, um die Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu stabilisieren“, betont Johns.
„Kinder wirksam zu fördern und zu schützen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und erfordert neben entsprechenden Maßnahmen die Zusammenarbeit vieler Menschen und Institutionen. Es erfordert auch ein „Hinsehen“ von jedem einzelnen“, so Dr. Bonde. „Frühe Hilfen stärken die Kompetenz der Eltern, fördern die gesunde Entwicklung der Kinder und bieten dadurch verbesserte Startchancen“. Durch das Bundeskinderschutz-gesetz sollen Frühe Hilfen zusätzlich gestärkt werden.
Die Fachtagung umfasst aktuelle Fachvorträge, die Vorstellung konkreter Projekte und Hilfsangebote sowie Kooperations- und Vernetzungsangebote. Darüber hinaus bietet sie in 10 Workshops und im Plenum Raum für Diskussion und fachlichen Austausch.



Zurück