11.09.2015 08:02

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein drängt auf schnelle Einführung

der Gesundheitskarte für Flüchtlingskinder


KIEL Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein begrüßt die Aussage von Staatssekretärin Annette Langner, dass Flüchtlinge Anfang 2016 eine Gesundheitskarte erhalten sollen. „Es muss so schnell wie möglich gehandelt werden, um Flüchtlingen einen freien Zugang zum deutschen Gesundheitssystem zu verschaffen“,
fordert die Landesvorsitzende Irene Johns. Nicht ohne Grund sei die Gesundheitskarte Teil der Forderungen des DKSB Bundesverband e.V. zu einem nationalen Aktionsplan für nachhaltige Integrationspolitik für Kinder und ihre Familien auf der Flucht. „Für Kinder und Jugendliche ist Gesundheit die Grundvoraussetzung für eine bestmögliche
Entwicklung. Gerade Flüchtlingskinder brauchen über die allgemeinmedizinische Versorgung hinaus oft auch therapeutische Unterstützung, um ihre teilweise traumatischen Erfahrungen verarbeiten zu können. Je unbelasteter sie sind, desto gestärkter können sie sich den neuen Herausforderungen der fremden Umgebung, Kultur und Sprache stellen“, betont Johns.

Der Vorrang des Kindeswohls sei in allen Bereichen, die Kinder betreffen, zu respektieren. Schließlich habe gemäß Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention jedes Kind ein Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit sowie auf Inanspruchnahme von Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit, erinnerte die Landesvorsitzende weiter.

„Es ist eine große Herausforderung, aber auch unsere humanitäre Pflicht. Die Menschen, die in unser Land vor Krieg und Verfolgung flüchten, brauchen an erster Stelle unseren Schutz und unsere Hilfe – und das möglichst schnell, also ohne große bürokratische Hürden. Die Gesundheitskarte ist dabei ein wichtiger Schritt, deshalb sollten die Verhandlungen über Finanz- und Verwaltungsaufwand so zügig wie möglich zu Ergebnissen führen. Auf diesem Weg wird aus Willkommenskultur langfristig ernst zu nehmende Integrationspolitik“, so Irene Johns.

Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation fordert der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) Bundesverband e.V. einen nationalen Aktionsplan für eine nachhaltige Integrationspolitik für Kinder und ihre Familien auf der Flucht, der auch die Gewährleistung der gesetzlichen Krankenversicherung in Form einer Gesundheitskarte beeinhaltet.



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