28.06.2011 14:00

Kinderschutzbund


Neue Broschüre „Sexualisierte Gewalt – Kinder und Jugendliche im Sport wirksam schützen“ und Präventionsprojekt „Aktiver Kinderschutz im Sport“ geben Vereinen wertvolle Hilfestellung

Der Landessportverband Schleswig-Holstein (LSV) und die Sportjugend Schleswig-Holstein haben heute (28. Juni) ihre neue Broschüre „Sexualisierte Gewalt – Kinder und Jugendliche im Sport wirksam schützen“ vorgestellt. „Der Sport übernimmt mit seinen Vereinen und Verbänden in vielfacher Weise Verantwortung für die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen und ist sich dieser Verantwortung sehr bewusst“ sagt LSV-Präsident Dr. Ekkehard Wienholtz. „Mit der neuen Broschüre hat der organisierte Sport in enger Kooperation mit dem Kinderschutzbund eine speziell auf die Bedürfnisse der Sportvereine abgestimmte Arbeitshilfe im Umgang mit dem gleichsam gesellschaftlich bedeutenden wie sensiblen Thema des Kinderschutzes im Sport geschaffen“, so Wienholtz weiter.

Dr. Ekkehard Wienholtz betont die Bedeutung der neuen Praxishilfe: „Mit den in der Broschüre aufgeführten Informationen zu Präventions- und Interventionsmaßnahmen wollen wir den Verantwortlichen in Vereinen und Verbänden konkrete Antworten auf Fragestellungen der Praxis geben und sie noch mehr für das Thema Kinder- und Jugendschutz sensibilisieren. Als organisierter Sport können wir so aktiv den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Verein durch eine „Kultur des Hinsehens“ verbessern und gleichzeitig die Handlungssicherheit aller Beteiligten im Umgang mit dem Thema „Sexualisierte Gewalt im Sport“ stärken.“

Die neue Broschüre ist in erster Linie für die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sportvereinen und Sportverbänden gedacht und gibt hilfreiche Informationen und nützliche Handlungsempfehlungen, um sich dem schwierigen Thema zu nähern. Sie definiert den Begriff der sexualisierten Gewalt im Sport und weist auf deren besondere Formen im Sport hin. Weitere Rubriken beschreiben die Möglichkeiten der  Prävention in Sportvereinen und Interventionsmöglichkeiten bei akuten Fällen oder Verdachtsfällen. Auch rechtliche Aspekte werden näher beleuchtet und häufig wiederkehrende Fragen verständlich beantwortet. Abgerundet wird das Informationsangebot durch eine ausführliche Übersicht von Kontaktrufnummern und -adressen und Internet-Links zum Thema.

Unter Federführung seiner Sportjugend erweitert der LSV mit der neuen Broschüre sein Beratungsangebot um einen weiteren wichtigen Baustein zur Prävention im Sport. Jochen Tiedje, Vorsitzender der Sportjugend Schleswig-Holstein, erläutert: „Bereits vor einem Jahr haben der LSV und die Sportjugend eine umfassende Erklärung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen herausgegeben. Viele Vereine haben bereits die darin enthaltenen Leitlinien
übernommen. Seitdem hat der LSV zwei große Fortbildungsveranstaltungen für Vereine und Verbände durchgeführt. Gemeinsam mit dem Landesjugendring haben wir einen Leitfaden zum Kinderschutz entwickelt und kooperieren auch eng und intensiv in fachlichen Fragen mit dem Kinderschutzbund Schleswig-Holstein.“ Tiedje wies darauf hin, dass es an zentraler Stelle im LSV bereits zwei Ansprechpartner gebe, die den Vereinen vertraulich zur Seite stehen und bei konkreten Verdachtsfällen weiterhelfen können. „Ich appelliere an die Vereine, diese Angebote rege zu nutzen und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darüber zu informieren“, so Tiedje weiter.

Ein besonderes Modellprojekt von Landessportverband, Sportjugend und Kinderschutzbund stellten Irene Johns, Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Landesverband Schleswig-Holstein, und Jochen Tiedje gemeinsam vor. An dem Präventionsprojekt „Aktiver Kinderschutz im Sport“, das vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit gefördert wird, können fünf Vereine modellhaft teilnehmen. Ziel ist es, die Handlungssicherheit aller
Beteiligten in Sportvereinen beim Umgang mit dem Thema sexueller Missbrauch zu verbessern, um so den Schutz der Kinder im Verein zu stärken. Alle Ebenen des Vereins werden in diesen Prozess eingebunden –Vorstand, Geschäftsführung, Übungs-, Jugendleiter, Trainer sowie Kinder und Jugendliche im Verein. Ihre Wünsche und Anliegen werden aufgenommen. Daraufhin wird ein auf den Verein zugeschnittener Handlungsleitfaden erarbeitet, der es dem Verein ermöglicht, eine klare Haltung nach innen und außen zu schaffen und für transparente Kommunikationswege zu sorgen „Es geht um die Sensibilisierung und Professionalisierung aller haupt –und ehrenamtlichen Funktionsträger und Mitarbeiter im Verein. Das gilt auch für Jugendliche, denen Jüngere anvertraut sind“, erläutert Johns den Ansatz. „Nur wer die richtigen Handlungsstrategien im Verdachtsfall kennt, bleibt in Krisensituationen handlungsfähig.“ Das Engagement des Landessportverbandes und der Sportjugend sowie das Interesse, auf das das Modellprojekt schon heute stoße, zeige deutlich den Willen aller, die Rechte von Kindern ernst zu nehmen und den Schutz von Kindern im Sport weiter aktiv zu stärken, so Johns.



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