10.09.2014 18:35

Kinderschutz im Gesundheitswesen

Kinderschutz im Gesundheitswesen

Über 100 Fachleute aus dem Gesundheitswesen wie Gynäkologen und Kinder- und Jugendärzte, Logopäden und Ergotherapeuten, Fachkräfte aus der Kinderkrankenpflege und Kinder- und Jugendhilfe sind heute der Einladung zum Fachtag „Kinderschutz im Gesundheitswesen“ gefolgt. Der Deutsche Kinderschutzbund Schleswig-Holstein führt die Veranstaltung in Kooperation mit der Ärztekammer Schleswig-Holstein und der AG Frühförderung in der Akademie der Ärztekammer in Bad Segeberg durch.

„Wirksamer Kinderschutz gelingt nur mit einem tragfähigen, engmaschigen Netzwerk der beteiligten Fachleute und Institutionen. Wir haben seit einiger Zeit die entsprechenden Gesetze, müssen aber natürlich vor allem die handelnden Menschen erreichen“, erklärt Susanne Günther, Landesgeschäftsführerin des Kinderschutzbundes. Der Fachtag „Kinderschutz im Gesundheitswesen“ ist der erste in Schleswig-Holstein, der sich mit den Neuerungen durch das Bundeskinderschutzgesetz speziell an diese Gruppe Fachleute richtet. Die Veranstaltung war bereits Wochen vor dem Termin restlos ausgebucht.

„Die Schweigepflicht und das besondere Vertrauensverhältnis zum Patienten prägt diese Berufsgruppen. Der Paradigmenwechsel durch das Bundeskinderschutzgesetz muss passgenau für sie erklärt werden. Die Kooperation mit der Ärztekammer baut daher eine elementare Brücke vom Kinderschutz zum Gesundheitsbereich“, bewertet Susanne Günther diesen Fachtag als Auftaktveranstaltung. Ziel müsse sein, das Bundeskinderschutzgesetz, seine Werkzeuge und die Chancen einer effektiven Netzwerkarbeit nachvollziehbar und somit anwendbar zu machen.

In der Ärzteschaft genießt der Schutz von Kindern schon lange ein besonderes Augenmerk. Für den Präsidenten der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Franz-Joseph Bartmann, bot sich daher die Vertretung der Ärztinnen und Ärzte als Kooperationspartner für eine solche landesweite Fachtagung an. „Was für viele Bereiche des Gesundheitswesens gilt, trifft bei den Anstrengungen für den Kinderschutz ganz besonders zu: Nur gemeinsam können die Akteure unterschiedlicher Professionen den kleinen Patientinnen und Patienten den Schutz zusichern, den sie für ihre kindgerechte Entwicklung brauchen“, so Bartmann. „Das große Interesse an dieser Fachveranstaltung unterstreicht, dass wir hier über Berufsgrenzen hinweg auf dem richtigen Weg sind.“

Dethleff Banthien, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Frühförderung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, begrüßt die Durchführung von interdisziplinären Veranstaltungen zu Inhalten und Umsetzung des Kinderschutzgesetzes: „Die Kommunikation und Kooperation zwischen den Aktiven im Gesundheitswesen muss angebahnt und geübt werden. Vor allem aber muss der rechtliche Rahmen im Spannungsfeld zwischen Handlungsfähigkeit zum Schutz der Kinder und Schutz der Persönlichkeitsrechte von Kindern und Familien genau ausgeleuchtet werden. Nur so kann das Vertrauen der Familien in die Angebote des Gesundheitswesens und damit der Zugang zu diesen Familien erhalten werden.“



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