27.04.2015 12:10

Kinderrechte in die Verfassung

Tag der gewaltfreien Erziehung:
Kinderschutzbund fordert Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz

 

KIEL Anlässlich des Tages der gewaltfreien Erziehung am 30. April 2015 zieht der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein kritische Bilanz. „Selbst fünfzehn Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes zur Ächtung der Gewalt gehören für zu viele Kinder Schläge, psychische Repressionen oder auch gefährliche Vernachlässigung immer noch zum Alltag – das können wir so nicht hinnehmen“, mahnt die Landesvorsitzende Irene Johns. „Auch wenn wir mit diesem Gesetz schon viel erreicht haben, steigen die Zahlen von Inobhutnahmen und Fremdunterbringungen weiter an. Deshalb müssen wir unsere Kinder noch wirksamer schützen, indem wir sie als eigenständige Personen ernster nehmen“, so Johns.

Der Deutsche Kinderschutzbund fordere deshalb schon lange, die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. „Nur so bekommen die Interessen des Kindes in Gesellschaft, Politik und Verwaltung endlich das nötige Gewicht. Erst wenn ein deutlich sichtbarer Paradigmenwechsel in unserer Gesellschaft stattfindet, wird sich auch langfristig im Verhalten etwas ändern“ betont die Landesvorsitzende.

 

Unterstützend hat der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein viele Angebote entwickelt, um Eltern Wege aufzuzeigen, wie Konfliktsituationen in der Familie gewaltfrei gelöst werden können. Dazu gehören die seit 1985 bewährten Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder®“, das kostenfreie Elterntelefon der Nummer gegen Kummer (Tel. 0800 - 111 0550), sowie Fachberatungsstellen, Frühe Hilfen und vieles mehr.

 

„Studien belegen, dass Kinder und Jugendliche, die Gewalt erfahren, großen physischen und psychischen Schaden davontragen“ erinnert Irene Johns. „Darüber hinaus übernehmen sie Gewalt oft als erlerntes Handlungsmuster, das sie dann an ihre Umwelt und in der Regel auch an die eigenen Kinder weiter geben. Diesen Zyklus der Gewalt könnten wir viel effektiver auflösen, wenn die Rechte der Kinder durch eine Verankerung im Grundgesetz gestärkt werden würden“, hofft Johns.

 

Kinder haben nach § 1631 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig. Dieses Gesetz zur Ächtung der Gewalt hat der Deutsche Bundestag im Jahre 2000 verabschiedet, also erst elf Jahre nach der Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention. Inzwischen haben 48 Länder Körperstrafen in der Erziehung untersagt.

Seit 2004 ruft der DKSB zum Tag der gewaltfreien Erziehung auf. Er soll Eltern darin unterstützen, ihre Erziehungskompetenz zu stärken und den Kinderrechten in der Familie Geltung zu verschaffen. Der Tag der gewaltfreien Erziehung erinnert aber auch daran, dass die gesamte Gesellschaft die Verantwortung für ein gesundes Aufwachsen aller Kinder trägt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kinderschtzbund-sh.de .



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