14.09.2016 09:23

Kinderarmut

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein verurteilt wieder ansteigende Kinderarmut

KIEL Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holsteinreagiert angesichts der aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zur Kinderarmut in Deutschland äußerst alarmiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kinderarmut nicht nur im Bundesgebiet insgesamt, sondern auch explizit in Schleswig-Holstein gestiegen ist.
„Das ist ein Rückschritt, der uns den Ernst der Lage noch einmal endgültig vor Augen führen sollte“, warnt die Landesvorsitzende Irene Johns. „Die Kinder können Armut selbst nicht abwenden, das ist unsere Aufgabe – und die sollten wir endlich besser lösen. Es ist unfassbar, dass auf der einen Seite wirtschaftliches Wachstum gefeiert wird, während auf der anderen Seite immer mehr Kinder durch ihre schlechte finanzielle Lage benachteiligt werden“, kritisiert Johns.
Jedem sollte inzwischen deutlich bewusst sein, dass das Aufwachsen in Armut schwerwiegende Folgen nach sich ziehen könne. „Arme Kinder haben schlechtere Chancen auf einen guten Bildungsabschluss und damit langfristig schlechtere Berufsaussichten. Zudem sind sie häufiger in ihrer körperlichen und gesundheitlichen Entwicklung beeinträchtigt. Hinzu kommt oft auch noch die soziale Isolation, da sie von der sozio-kulturellen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen sind – das alles gilt es zu bekämpfen“, so Johns.

Dazu müsse die Betreuungssituation noch weiter verbessert werden. Denn nur eine leicht zugängliche, qualifizierte Förderung in Krippen und Kindertagesstätten gewährleiste die Chancengerechtigkeit in der frühkindlichen Entwicklung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Die geplante Einführung des Kita-Geldes ist eine wertvolle Etappe auf dem Weg zu einer beitragsfreien und besseren Bildung und damit zu mehr Chancengerechtigkeit für Kinder. Aber es gibt darüber hinaus noch so viel mehr zu tun“, mahnt die Landesvorsitzende.
Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein fordert schon lange den stärkeren Einsatz auf bundespolitischer Ebene für eine Umgestaltung in der  Ehe- und Familienförderung. „Um Kinderarmut wirklich nachhaltig zu bekämpfen, benötigen Kinder und Eltern neben einer verbesserten Betreuungssituation vor allem sozial-gerechtere Geldleistungen in Form einer Kindergrundsicherung“, so Irene Johns. Diese solle sich am steuerlichen Existenzminimum orientieren und den tatsächlichen Bedarf der Kinder berücksichtigen.

„Wir dürfen keine Zeit verlieren. Es ist bewiesen, dass die negativen Auswirkungen auf das Kind zunehmen, je länger es in Armut lebt – und in der Landeshauptstadt Kiel tut das laut der aktuellen Studie jedes dritte Kind“, betont Irene Johns.

 

Der Deutsche Kinderschutzbund ist Mitglied des Bündnisses „Kindergrundsicherung“. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.kinderarmut-hat-folgen.de



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