21.01.2010 10:00

Kein Sparen an der Chancengleichheit unserer Kinder: Beitragsfreies Kita-Jahr darf nicht dem Rotstift zum Opfer fallen

Kein Sparen an der Chancengleichheit unserer Kinder: Beitragsfreies Kita-Jahr darf nicht dem Rotstift zum Opfer fallen


Mit Unverständnis nimmt der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein die Überlegungen der Landesregierung zur Kenntnis, das beitragsfreie dritte Kita-Jahr zu streichen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass zu Lasten der Kinder Steuergeschenke an das Hotelgewerbe gemacht werden“, ärgert sich Irene Johns, Landesvorsitzendes des Kinderschutzbundes in Schleswig-Holstein. Natürlich habe der Bund diese Steuererleichterungen beschlossen, aber das Land Schleswig-Holstein habe diesen Beschlüssen zugestimmt. Warum ist eine beitragsfreie Kinderbetreuung so wichtig? Die Beitragsfreiheit der ersten drei Kita-Jahre schafft die Voraussetzung, die unterschiedlichen Startchancen für Kinder auszugleichen und ihre Entwicklungsmöglichkeiten zu verbessern. Sie hilft zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Zum Hintergrund: 15 Prozent aller Kinder zeigen bei der Schuleingangsuntersuchung Entwicklungsverzögerungen. Viele Kinder benötigen eine frühe Unterstützung und Betreuung, um die Entwicklungsdefizite sowie mangelnde Versorgung und Förderung durch die Eltern auszugleichen.
„Die frühe Tagesbetreuung ist für diese Kinder geradezu existentiell für ihre Entwicklung. Die Gebührenbefreiung ist daher kein Almosen, das man je nach Belieben wieder einkassiert, sondern eine Investition in die Zukunft und Chancengleichheit aller Kinder im Land“, erklärt Johns. Sie könne nicht verstehen, wie Politiker, die erst vor einem Jahr diese richtige und sozial bedeutsame Entscheidung getroffen haben, jetzt mit dem Gedanken spielen können, einen Rückzieher zu machen – aus welchen Gründen auch immer.



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