07.07.2011 17:10

"Jugendliche beraten Jugendliche"

„PflegeNotTelefon“ und „Jugendliche beraten Jugendliche“ als Preisträger des Deutschen Förderpreises Kriminalprävention nominiert

Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Christian Wulff vergibt die Stiftung Kriminalprävention am 7. Oktober 2011 zum neunten Mal den in diesem Jahr mit insgesamt 40.000 € dotierten Deutschen Förderpreis Kriminalprävention. Dies teilte die Stiftung heute (7.7.) mit. Die Jury hat 2011 deutschlandweit aus annähernd 60 Projekten vier Preisträger ohne Rangfolge nominiert. Darunter zwei aus Schleswig-Holstein:

PflegeNotTelefon, AWO Landesverband SH e.V., eine Initiative des Ministeriums
für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein

„Jugendliche beraten Jugendliche“, ein Projekt des Kinderschutz-Zentrums
Kiel, Träger: Deutscher Kinderschutzbund OV Kiel e.V.

Sozialminister Dr. Heiner Garg betonte anlässlich der Nominierung: „Den Projektbeteiligten gratuliere ich von ganzen Herzen. Mit Ihrem Einsatz helfen Sie nahezu täglich mit einfachen Mitteln Menschen in Not. Für viele öffnen Sie mit einem einfachen Telefonat eine neue Perspektive aus häufig schwierigen Situationen. Die Nominierung ist eine Anerkennung, die Sie verdient haben“.

Irene Johns, Leiterin des Kinderschutz-Zentrums Kiel und Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein: „Wir freuen uns sehr, dass gerade dieses Projekt für den Preis nominiert worden ist. Niedrigschwelligen Angeboten kommt eine herausragende Rolle bei der Kriminalprävention und der Prävention im Kinderschutz zu. Unsere gut ausgebildeten ehrenamtlichen Jugendlichen stehen jedes Jahr rund 1.000 Kindern und Jugendlichen bei ihren Sorgen und Nöten zur Seite. In der Beratung zeigen sie großes Engagement und besonderes Einfühlungsvermögen in deren Problemlagen. Der Preis ist eine großartige Anerkennung ihrer Arbeit.“

Anke Buhl, Projektkoordinatorin des Pflegenottelefons betonte: „Zuhören, Mittragen von Not und Leid, Klären von Problemen, Hinführen zu eigenen Entscheidungen, Ermutigen, vorhandene Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen, Hinweis auf geeignete Fachleute – das leisten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des „PflegeNot Telefon“ für alle die PflegeNot empfinden – für Pflegende, zu Pflegende und/oder deren Angehörige. Menschen sollen zum Handeln und sich Einmischen ermutigt werden, damit Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein Gewaltdelikte im Zusammenhang mit Pflege enttabuisiert und besprechbar gemacht werden, Überforderungen erkannt und Lösungen entwickelt werden können, lautet die Jurybegründung. Damit ist unsere Arbeit treffend beschrieben und wir freuen uns sehr über die Anerkennung.“

Hintergrund
Das PflegeNotTelefon ist auf Initiative und mit finanzieller Unterstützung des Sozialminis-teriums mit einer landesweiten Rufnummer 01802 – 49 48 47 seit 1999 etabliert. Es bietet das PflegeNotTelefon kompetente Beratung, Begleitung, Hilfe und Vermittlung in kritischen Pflegesituationen. Dank des Engagements der Stiftung Pflegebrücke ist das PflegeNotTelefon seit rund 5 Jahren rund um die Uhr erreichbar und seit mehreren Jah-ren ist über den Sozialverband eine juristische Erstberatung möglich geworden. www.pflege-not-telefon.de

Das Projekt „Jugendliche beraten Jugendliche“ des Kinderschutz-Zentrums Kiel ergänzt das Angebot des Kinder- und Jugendtelefons, die „Nummer gegen Kummer“ (Rufnummer 0800 – 1110333). Das Kinderschutz-Zentrum ist seit 37 Jahren einer der aktuell 90 dezentralen Standorte für dieses anonyme telefonische Beratungsangebot. Mitte der 90iger Jahre hatte das Kinderschutz-Zentrum Kiel die Nummer gegen Kummer um das Projekt „Jugendliche beraten Jugendliche“ als einer der ersten Standorte in Deutschland ergänzt: Hauptziel war/ist es, Kinder und Jugendliche, die Gewalt gegen andere ausüben oder erfahren, besser zu erreichen, um ihnen mit Rat und Unterstützung zur Seite stehen zu können. Das Projekt wurde gemeinsam mit den Jugendlichen gestaltet und regelmäßig aktualisiert, um deren Nähe zur Lebenswelt der Kinder- und Jugendkulturen zu nutzen.



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