28.05.2014 16:19

Inklusion

Ausbau der Inklusionsmaßnahmen darf nicht weiter verzögert werden!

KIEL Die Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein Irene Johns begrüßte heute in Kiel die Aussage der Bildungsministerin Waltraud Wende die durch den Wegfall der Bafög-Kosten frei werdenden Gelder für Inklusion einzusetzen. Gleichzeitig kritisierte sie aber die in diesem Zuge angekündigte Verzögerung bei der Vorlegung eines Inklusionskonzeptes. „Endlich bekommt die Landesregierung zusätzliche finanzielle Möglichkeiten zur dringenden Verbesserung der Inklusionsmaßnahmen, und es wird nicht schnell gehandelt. Dabei sind Qualitätsanpassungen längst überfällig – und dass nicht erst seit heute! Wie lange sollen die betroffenen Schüler, Eltern und Lehrer denn noch warten“ fragte Johns.

Vor fünf Jahren hat sich Deutschland mit der Ratifizierung der UN-Konvention dazu verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem zu errichten. In Schleswig-Holstein werden inzwischen über 64 % der Kinder mit Förderbedarf inklusiv beschult. Das inklusive Regelschulsystem bedeutet für Schulen und pädagogisches Personal eine erhebliche Herausforderung. Zumal die finanziellen, strukturellen, personellen und räumlichen Voraussetzungen (z.B. Barrierefreiheit) oft nicht vollständig gegeben sind, um behinderten Schülerinnen und Schülern eine angemessene Lernumgebung zu bieten.

 „Ich kann verstehen, dass viele Betroffene frustriert sind“, sagt Irene Johns. „Zum Beispiel pendeln in Schleswig-Holstein die meisten der Sonderpädagogen täglich zwischen mehreren Regelschulen, haben nur ein spärliches Stunden-Budget und kaum Zeit für Kollegengespräche. Und es werden Schulbegleiter ohne entsprechende Ausbildung eingesetzt. Es wird überall an finanziellen und personellen Ressourcen gespart – und das zu Lasten der Kinder, Eltern und Lehrkräfte. Das muss sich endlich ändern“, fordert die Landesvorsitzende. Die Hinauszögerung eines Inklusionskonzeptes bis Herbst würde laut Johns bedeuten, dass die Maßnahmen frühestens im übernächsten Schuljahr greifen würden. „Die Verzögerungen gehen zu Lasten der betroffenen Kinder, Eltern und Lehrer – das ist unzumutbar! Natürlich braucht Inklusion Zeit und es ist eine große Herausforderung, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Aber Inklusion ist schon lange nicht mehr nur Theorie, sie findet in der Praxis bereits statt - und damit dürfen die Betroffenen nicht noch länger allein gelassen werden“, betonte Irene Johns.



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