28.08.2014 20:25

Inklusion

Zum Inklusionskonzept: Kinderschutzbund begrüßt Qualitätsoffensive, bleibt aber skeptisch

KIEL Der Deutsche Kinderschutzbund Schleswig-Holstein reagiert abwartend auf die gestern veröffentlichte Medieninformation zum Inklusionskonzept von Bildungsministerin Waltraud Wende. „Natürlich ist es erfreulich, dass scheinbar nicht mehr die Inklusionsquote als Maßeinheit für politischen Erfolg im Vordergrund steht, sondern die Qualität bei der Umsetzung inklusiver Maßnahmen“, äußert die Landesvorsitzende Irene Johns. „Damit stehen hoffentlich endlich die im Mittelpunkt des Interesses, um die es eigentlich geht: die Kinder! Das zeigt sich auch an der erstmaligen Einbeziehung der weitreichenden Heterogenität junger Menschen. Wir weisen schon lange darauf hin, dass die inklusive Schule der ganzen Bandbreite von Schülern, ob mit Migrationshintergrund oder aus sozial benachteiligten Elternhäusern, von Hochbegabten bis hin zu Kindern mit Förderschwerpunkten gleichermaßen gerecht werden muss“, betont Johns.

Dafür müssen individuelle Differenzierungsmöglichkeiten geschaffen oder auch erhalten werden, wie es zum Beispiel in Bezug auf die Förderzentren für geistig und schwer körperlich behinderte Kinder geplant ist.

„Für die Inklusion der Kinder- und Jugendlichen mit Förderbedarf an Regelschulen ist es, wie sich gezeigt hat, aber nicht nur zwingend notwendig, die Lehrerausbildung und Fortbildung zu fördern und anzupassen, sondern vor allem auch mehr Lehrerstellen zu schaffen. Ohne einen entsprechenden Personalschlüssel ist eine qualitative Verbesserung der inklusiven Schule gar nicht machbar“, kritisiert die Landesvorsitzende.

Darüber hinaus sei die Stärkung durch zusätzliche schulische Assistenz ein guter Ansatz, aber auch hier gelte, was der Kinderschutzbund bereits in Bezug auf die Schulbegleiter fordert. „Wir erwarten ein klares Konzept für den Einsatz und vor allem ein angemessenes Anforderungsprofil für die Qualifikation von Schulassistenten. Ohne ausreichendes Fachpersonal kann ein inklusives Bildungssystem auch dem einfachsten Qualitätsanspruch nicht gerecht werden! “ so Irene Johns.

 



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