29.04.2013 11:00

Kinderarmut:

Pressemitteilung
                                                                                                                                             Kiel, 29.04.2013


Im Kampf gegen Kinderarmut sind familienpolitische Reformen überfällig
KIEL Die Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein, Irene Johns, begrüßt die am Freitag im Landtag diskutierte Reform der familienpolitischen Leistungen. Der Landtag hat die Landesregierung mehrheitlich aufgefordert, sich auf bundespolitischer Ebene dafür einzusetzen, die Ehe- und Familienförderung umzugestalten.
„Wir brauchen dringend einen Paradigmenwechsel in der Familienpolitik, um Kinderarmut wirklich nachhaltig zu bekämpfen. Kinder und Eltern benötigen sozial-gerechtere Geldleistungen in Form einer Kindergrundsicherung, die sich am steuerlichen Existenzminimum orientiert und eine deutlich verbesserte Infrastruktur, angefangen bei der Betreuungssituation. Was wir hier zum Beispiel brauchen, ist eine leicht zugängliche, qualifizierte Förderung in Krippen und Kindertagesstätten, um Chancengleichheit in der frühkindlichen Entwicklung zu schaffen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. Das ab August gezahlte Betreuungsgeld der Bundesregierung ist da der falsche Weg, “ betonte Johns.

Der Deutsche Kinderschutzbund Schleswig-Holstein weist seit langem daraufhin, dass das Aufwachsen in Armut schwerwiegende Folgen haben kann. Arme Kinder haben schlechtere Chancen auf einen guten Bildungsabschluss, sind stärker in ihrer körperlichen und gesundheitlichen Entwicklung eingeschränkt und von der sozio-kulturellen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen.

„Allein in Kiel und Lübeck lebt laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung jedes dritte Kind unter drei Jahren in Armut. Das zeigt den dringenden Handlungsbedarf für Land und Bund, das Risiko der Beeinträchtigung von Gesundheit und Bildung für die betroffenen Kinder zu minimieren. Die Reform der familienpolitischen Leistungen wäre dabei ein maßgeblicher Schritt in die richtige Richtung, “ so Irene Johns abschließend.

Der Deutsche Kinderschutzbund ist Mitglied des Bündnisses „Kindergrundsicherung“. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.kinderarmut-hat-folgen.de



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