09.11.2015 12:34

5. Regionalkonferenz Sichere Orte schaffen

KIEL Heute (9. November 2015) findet bei Flensburg in Oeversee für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe aus dem Kreis Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg die Regionalkonferenz „Sichere Orte schaffen“ zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs statt. Nach den Veranstaltungen in Kiel im November letzten Jahres, in Heide im Februar, in Bad Segeberg im Juni und in Elmshorn im September dieses Jahres ist dies die fünfte von sechs von Sozialministerium und Kinderschutzbund Schleswig-Holstein initiierten regionalen Konferenzen.

 

Der breite gemeinsame Erfahrungsaustausch soll den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch weiter verbessern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die vom Bundeskinderschutzgesetz geforderten Schutzkonzepte im pädagogischen Alltag nachhaltig umzusetzen sind. „Das kann am besten gelingen, wenn Kinder und Jugendliche ihre Rechte und die Beratungs- und Hilfsangebote vor Ort kennen und Fachkräfte in ihrer Handlungsfähigkeit gestärkt sind“, so Sozialministerin Kristin Alheit.

 

Sichere Orte schaffen, das bedeutet, mögliche Risiken in Einrichtungen zu analysieren, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu qualifizieren, offen für Beschwerden von Eltern und Kindern zu sein. Für einen Verdachtsfall sollten Handlungsleitpläne vorliegen. Und nicht zuletzt sind Kinder und Eltern an der Erarbeitung von Schutzkonzepten zu beteiligen.

 

Mit der pro familia Beratungsstelle WAGEMUT, den Jugendämtern der Stadt Flensburg und des Kreises Schleswig-Flensburg und den weiteren Partnern aus der Region wird diese Veranstaltung durch viele engagierte Unterstützer getragen. Gemeinsam gestalten und prägen diese regionalen Kooperationspartner die Fachkonferenz mit.

 

„Wesentliches Qualitätsmerkmal von Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und zugleich verpflichtend ist die Implementierung eines Schutzkonzeptes und Beschwerdeverfahrens. Beispiele aus der Praxis geben gute Hinweise für die Erarbeitung eines Schutzkonzeptes“, erklärt Susanne Günther, Landesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein. „Der Austausch von Beratungs- und Betreuungseinrichtungen untereinander befördert darüber hinaus die ständige Weiterentwicklung dieser Konzepte“, so Susanne Günther weiter.

 

Sichere Orte schaffen – das Motto der Regionalkonferenz am 09.11.2015 ist ständige Aufgabe für alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Dabei sind ein gemeinsames Zusammenwirken und ein sensibles Agieren aller professionellen Akteure von großer Bedeutung. Die Regionalkonferenz bietet Raum für Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Weiterentwicklung, um Kinder und Jugendliche vor sexuellen Missbrauch zu schützen“, erklärt die Leiterin der sozialpädagogischen Dienste der Stadt Flensburg Karen Welz-Nettlau.

 

Ziel des Kreises Schleswig-Flensburg ist es, für Kinder, Jugendliche und Familien die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Und so steht Eltern, Kindern und Jugendlichen eine Vielzahl von Unterstützungsangeboten bei Bedarf und auf Wunsch zur Seite. Niemand darf Kinder und Jugendliche bedrohen, Angst machen, erpressen oder zu sexuellen Handlungen zwingen. Die Anlauf- und Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen des Kreises berät betroffene Kinder und Jugendliche, deren Eltern und Bezugspersonen bei dem Verdacht auf sexuelle Gewalt und informiert auch rund um das Thema Sexualität. „Den Jugendhilfeeinrichtungen im Kreis bietet die  Regionalkonferenz „Sichere Orte“ die Möglichkeit, sich zu vernetzen und sich zu dem schwierigen Thema „sexueller Missbrauch“ auszutauschen. Sie ist damit ein wichtiger Baustein zur Vorbeugung sexuellen Kindesmissbrauchs“, betont Dr. Andreas Wellenstein, Leiter des Fachbereiches Jugend und Familie des Kreises Schleswig-Flensburg.

 

„In unseren Beratungen von Fachkräften stellen wir fest, dass es einen Bedarf an Information und Austausch zur Umsetzung und Weiterentwicklung eigener Konzepte gibt", berichtet Sabine Schmidt, Leiterin von WAGEMUT, der pro familia-Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen. „Der regionale Charakter der Konferenz und die einzelnen Arbeitsgruppen bieten aus unserer Sicht eine gute Möglichkeit der weiteren Vernetzung und des fachlichen Austauschs, um Schutzkonzepte mit Leben zu füllen."

 



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