16.09.2015 14:22

4. Regionalkonferenz Sichere Orte schaffen

Vierte von sechs Regionalkonferenzen „Sichere Orte schaffen“

zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs am 16.09.2015 in Elmshorn

 

ELMSHORN  Heute (16. September 2015) findet in Elmshorn für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe aus den Kreisen Pinneberg und Steinburg die Regionalkonferenz „Sichere Orte schaffen“ zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs statt. Nach Kiel im November letzten Jahres, Heide im Februar und Bad Segeberg im Juni dieses Jahres ist dies die vierte von sechs von Sozialministerium und Kinderschutzbund Schleswig-Holstein initiierten Konferenzen.

 

Der breite gemeinsame Erfahrungsaustausch soll den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch weiter verbessern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die vom Bundeskinderschutzgesetz geforderten Schutzkonzepte im pädagogischen Alltag nachhaltig umzusetzen sind. „Das kann am besten gelingen, wenn Kinder und Jugendliche ihre Rechte und die Beratungs- und Hilfsangebote vor Ort kennen“, so Sozialministerin Kristin Alheit.

 

Sichere Orte schaffen, das bedeutet, die Risiken in Einrichtungen zu analysieren, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu qualifizieren, offen für Beschwerden von Eltern und Kindern zu sein. Im Verdachtsfall können Handlungsleitpläne helfen. Kinder und Eltern sollten an der Erarbeitung von Schutzkonzepten beteiligt werden.

 

„Wesentliches Qualitätsmerkmal von Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und zugleich verpflichtend ist die Implementierung eines Schutzkonzeptes und Beschwerdeverfahrens. Beispiele aus der Praxis geben gute Hinweise für die Entwicklung eines Schutzkonzeptes“, erklärt Susanne Günther, Landesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein. „Der Austausch der Institutionen untereinander befördert darüber hinaus die ständige Weiterentwicklung dieser Konzepte“, so Susanne Günther weiter.

 

Der Kreis Pinneberg begrüßt und unterstützt ausdrücklich, dass sich möglichst viele Institutionen innerhalb und außerhalb des Kreises auf den Weg machen, eigene Schutzkonzepte entwickeln und als sichere Orte einen professionellen Umgang mit dem Thema sicherstellen. Die Entwicklung von Schutzkonzepten trägt aus unserer Sicht dazu bei, Kinder und Jugendliche vor sexuellen Übergriffen oder anderen Grenzverletzungen zu schützen. Schutzkonzepte nehmen ausdrücklich auch die Organisationsstruktur in den Blick und haben somit einen positiven Einfluss auf die Einrichtungskultur.

 

 

„Kinderschutz braucht Netzwerke und Kooperationen. Nur so kann ein Austausch stattfinden, der sich konsequent den beiden Säulen der Prävention und Intervention zuwendet. Aufgabe und Ziel ist hier nach wie vor, alle Akteure zu stärken und das Wohl des Kindes oder Jugendlichen zu sichern“, betont Susann Diener, Kinderschutzfachkraft im Steinburger Jugendamt. „Durch konsequentes Umsetzen der gesetzlichen Vorgaben können wir Strukturen schaffen, in denen Kinder und Jugendliche gestärkt und mögliche Risiken für eine Kindeswohlgefährdung minimiert werden. Mit Blick auf die Qualitätssicherung sehe ich in den Regionalkonferenzen einen Ort, der u.a. die Chance und Möglichkeit bietet, Erfahrungen auszutauschen, aus Fehlern zu lernen und somit den Kinderschutz weiter zu optimieren.“

 

„Wir sind sehr froh, dass es seit drei Jahren auch im Kreis Steinburg eine Fachberatungsstelle zu diesem Bereich gibt“, betont Katrin Ufen, Leiterin der pro familia-Fachstelle Gewalt in Itzehoe. Wir hoffen, mit der Regionalkonferenz zu einer guten Vernetzung und Zusammenarbeit beitragen zu können.“

 

 

Mit pro familia, Wendepunkt, den Jugendämtern der Kreise Pinneberg und Steinburg und weiteren Partnern aus der Region wird diese Veranstaltung durch viele engagierte Unterstützer getragen. Gemeinsam gestalten und prägen diese regionalen Kooperationspartner die Fachkonferenz mit.

 



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