26.04.2018 11:48

30.04.2018 Tag der gewaltfreien Erziehung

Gewaltfreie Erziehung wirkt - muss aber überall Wirklichkeit werden

KIEL Zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30.04.2018 fordert der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein, dass Kinder in Deutschland gewaltfrei aufwachsen. Hoffnung machen Zahlen, die belegen, dass die Gewalt unter Jugendlichen auch dank des Gesetzes zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung deutlich zurückgegangen ist. Weltweit haben inzwischen 53 Länder Körperstrafen in der Erziehung untersagt.

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ So steht es seit dem Jahr 2000 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Dafür haben Organisationen wie der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) lange gekämpft.

Dass dieser Einsatz Früchte trägt, zeigt eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. Demnach ist die Jugendkriminalität in Deutschland von 2007 bis 2015 um die Hälfte zurückgegangen. Als Ursache nennen die Forscher ausdrücklich auch den Rückgang von Gewalt in den Familien, einen positiven elterlichen Erziehungsstil und stärkere emotionale Zuwendung.

Trotzdem erleben immer noch viel zu viele Kinder körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt, in der Familie, im sozialen Umfeld und in Einrichtungen. Vor allem bei der psychischen Gewalt, zum Beispiel durch Beschimpfungen und Beleidigungen – etwa, wenn Kinder als dick, hässlich oder dumm bezeichnet werden - lässt sich laut der Studie kein signifikanter Rückgang feststellen.

„Der Tag der gewaltfreien Erziehung soll auch daran erinnern, dass wir alle Eltern unterstützen müssen, ihre Kinder gewaltfrei erziehen zu können“, erklärt Irene Johns, Landesvorsitzende des DKSB in Schleswig-Holstein. In der Beratungsarbeit begegneten dem DKSB immer wieder Familien, in denen Gewaltkreisläufe über Generationen hinweg fortgesetzt werden. „Uns geht es darum, einerseits klarzustellen, dass Gewalt in der Erziehung nichts zu suchen hat und andererseits Eltern zu helfen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Denn für Kinder können die Folgen von Gewalt sehr schwerwiegend sein“, so Irene Johns weiter.

Der DKSB hat daher schon frühzeitig präventive Angebote entwickelt, zum Beispiel Projekte im Bereich der Frühen Hilfen. In dem erfolgreichen Elternbildungskonzept Starke Eltern – Starke Kinder® werden Eltern Wege aufgezeigt, wie Konfliktsituationen in der Familie gewaltfrei gelöst werden können. 

Der Deutsche Kinderschutzbund ruft seit 2004 am 30.4. dazu auf, das Ideal einer gewaltfreien Erziehung Wirklichkeit werden zu lassen und daran zu erinnern, dass die gesamte Gesellschaft die Verantwortung für das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern trägt.



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