27.04.2017 13:38

30. April

Tag für gewaltfreie Erziehung

DKSB fordert gesamtgesellschaftliche Anstrengung zum Schutz von Kindern

KIEL. Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein erinnert anlässlich des Tages der gewaltfreien Erziehung am 30. April daran, mit den Anstrengungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt in Familie und Institutionen nicht nachzulassen. Das Ziel, dass jedes Kind ohne Gewalt aufwachsen kann, sei leider noch lange nicht erreicht.

 

Zum Tag der gewaltfreien Erziehung erklärt Irene Johns, Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes in Schleswig-Holstein: „Zu Gewalt gegen Kinder kann es kommen, wenn etwa verschiedene Bedingungen im Umfeld des Kindes zusammentreffen - soziale und wirtschaftliche Belastungen von Familien bis zu individuellen lebensgeschichtlichen Erfahrungen der erwachsenen Bezugspersonen. Kurz: Es gibt verschiedene Risikofaktoren. Gewalt kann die Entwicklung eines Kindes in erheblicher Weise beeinträchtigen und zu schweren seelischen und körperlichen Schädigungen  führen. Immer noch müssen zu viele Kinder Gewalt erfahren, allein für 2016 führt die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik 3621 Fälle von Kindesmisshandlung auf, die zur Anzeige gebracht wurden. Das sind leider 5 Prozent mehr als 2015. In diesen und in weiteren Fällen von Gewalt gegen Kinder muss außerdem von einer hohen Dunkelziffer, also nicht gemeldeten Fällen, ausgegangen werden.

Daraus folgere ich dreierlei: Wir müssen erstens weiter aufklären über die Folgen von Gewalt, um Einstellung und Verhalten gegenüber Kindern weiter zu verändern. Wir müssen zweitens den Kinderschutz weiter stärken - nicht zuletzt durch einen weiteren Ausbau der Frühen Hilfen und damit der frühen Unterstützung von Kindern und Familien und durch einen Ausbau der Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten in Einrichtungen für Kinder. Und drittens müssen wir die wirtschaftliche und soziale Lage von Kindern und Familien verbessern, denn auch belastende sozioökonomische Lebensumstände stellen einen erhöhten Risikofaktor für Gewalt dar. Es geht also um Fragen der Sozialpolitik und um eine weitere Stärkung der Hilfesysteme und Gesellschaft und Politik müssen sich klar zu den Rechten von Kindern bekennen. 

Der Tag der gewaltfreien Erziehung dient dazu, Politik und Gesellschaft zu  ermahnen, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Kinder gewaltfrei aufwachsen können.“



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