15.03.2012 17:00

1. Zertfikat

„Aktiver Kinderschutz im Sport“ – Erster Sportverein im Land erhält Zertifikat

Der Elmshorner MTV ist der erste Sportverein in Schleswig-Holstein, der erfolgreich an dem bundesweit einmaligen Modellprojekt „Aktiver Kinderschutz im Sport“ teilgenommen hat. Heute, am 15. März, überreichte Dr. Bettina Bonde, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein, das erste Zertifikat an den Geschäftsführer des EMTV Uwe Hönke.

Unsicherheiten abbauen, Handlungssicherheit schaffen – das ist das Ziel des Modellprojektes „Aktiver Kinderschutz im Sport“ des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Schleswig-Holstein in Kooperation mit der Sportjugend Schleswig-Holstein. „Sexueller Missbrauch ist ein sensibles Thema – auch in Sportvereinen. Wir wollen in den Sportvereinen die Sicherheit im Umgang mit diesem Thema verbessern und so den Schutz der Kinder stärken“, erklärt Irene Johns, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein. Die Angst ist groß, sich falsch zu verhalten, wenn der Verdacht sexuellen Missbrauchs aufkommt. Gleichwohl ist schnelles und vor allem sicheres Handeln gefragt. Hier setzt das Modellprojekt „Aktiver Kinderschutz im Sport“ an.

Es geht darum, in den Sportvereinen klare Handlungs- und Präventionsstrategien zu entwickeln. Wer muss im Verdachtsfall wen informieren und einbeziehen? Wer muss wie handeln? Außerdem müssen konkrete Möglichkeiten der externen Beratung und Supervision bestehen, um gerade in Krisensituationen handlungsfähig zu sein. Alle Ebenen des Vereins werden in diesen Prozess eingebunden: Vorstand, Geschäftsführung, Übungs-, Jugendleiter, Trainer sowie Kinder und Jugendliche im Verein. Ihre Wünsche und Anliegen werden aufgenommen. Gemeinsam wird ein Handlungsleitfaden erarbeitet, der es dem Verein ermöglicht, eine klare Haltung nach innen und außen zu schaffen, für transparente Kommunikationswege zu sorgen und vor allem den Schutz von Kindern zu stärken.

"Die Sportvereine und -verbände in Schleswig-Holstein übernehmen in vielfacher Weise Verantwortung für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Sie engagieren sich aktiv im Kinderschutz und verbessern durch eine „Kultur des Hinsehens und Hinhörens“ den Schutz der rund 380.000 in den Vereinen organisierten Kinder, Jugendlichen und jungen Menschen“ erklärt Jochen Tiedje, der Vorsitzende der Sportjugend im Landessportverband Schleswig-Holstein.

Die Erfahrungen des EMTV und der im Modellprojekt noch folgenden Vereine werden helfen, praxisgerechte Handlungsempfehlungen für die übrigen 2.700 Sportvereine im Land zu erarbeiten. So können erste Hürden bei der Erstellung von vereinsindividuellen Präventionskonzepten leichter genommen werden und die Handlungssicherheit der ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder, Jugend- und Übungsleiter kann gestärkt werden.

Staatssekretärin Dr. Bettina Bonde betonte: „Sport gehört zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche jeder sozialer Herkunft. Sie müssen in ihren Sportvereinen einen sicheren Ort finden, um ihre Stärken und Fähigkeiten mit Freude zu entwickeln. Der Schleswig-holsteinische Sportverband und die Sportjugend haben sich bereits früh und offensiv mit dem Thema Kinderschutz auseinandergesetzt. Dafür bin ich außerordentlich dankbar. Dies umso mehr, als – das ist manchmal erklärungsbedürftig  – den ehrenamtlich Engagierten vermittelt werden muss: Genau hinsehen ist kein Generalverdacht. Es geht darum, das genaue Hinsehen zur gemeinsamen Selbstverständlichkeit zu machen“.



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