19.04.2013 11:30

Frühe Hilfen

Pressemitteilung
                                                                                                                                             Kiel, 18.04.2013
Frühe Hilfen: Familienpaten im Fokus der Mitgliederversammlung des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Schleswig-Holstein

KIEL In den neuen Räumlichkeiten am Sophienblatt 85 in Kiel fand heute die jährliche Mitgliederversammlung des Deutschen Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein statt. Neben dem Jahresrückblick, der Entlastung des Vorstandes und der Bestätigung Anette Langners in ihrem Amt als Kassenprüferin wurden vor allem Rahmenbedingungen für den Einsatz und Mindeststandards für die Ausbildung von Familienpaten
beschlossen.
„Schon lange vor Inkrafttreten des neuen Bundeskinderschutzgesetzes war der dauerhafte Ausbau eines verlässlichen Netzwerkes Früher Hilfen ein grundlegendes Anliegen des Deutschen Kinderschutzbundes. Das Modell der Familienpaten ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Sie können maßgeblich dazu beitragen, ein gesundes und gewaltfreies Aufwachsen der Kinder zu gewährleisten und damit ihre Rechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe sichern“, erläuterte Irene Johns, Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein. Die ehrenamtlichen Familienpaten sollen vor allem Überforderungssituationen in Familien mit Säuglingen und Kleinkindern entschärfen, für Entlastung sorgen und junge Eltern unterstützen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die Ehrenamtliche natürlich besonders ausgebildet werden müssen. Zudem brauchen sie einen professionellen
Rahmen, um eigene Überlastungssituationen zu vermeiden.
„Die gute Qualität der bestehenden Familienpaten-Angebote zeichnet sich durch die klaren Rahmenbedingungen und verbindlichen Standards dieses Angebotes im Kinderschutzbund aus“, begründete Ingo Loeding, stellvertretender Landesvorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein, den von ihm vorgetragenen Antrag. „Durch eine umfassende Ausbildung, Begleitung und Weiterbildung der Ehrenamtlichen, sowie durch die Koordinierung der Einsätze durch hauptamtliche sozialpädagogische Fachkräfte schaffen wir die Basis, diesen Qualitätsstandard dauerhaft bei dieser wichtigen Aufgabe zu gewährleisten“, so Loeding weiter.

Der Beschluss ist ein weiterer Schritt im Rahmen der fachlichen Stärkung ehrenamtlicher Mitarbeiter, die bereits letztes Jahr auf der Mitgliederversammlung in einer Resolution beschlossen wurde. Ehrenamtliche Familienpaten stützen neben hauptamtlichen Fachkräften ein großes Kinderschutznetz in Schleswig- Holstein. Zurzeit engagieren sich neben hauptamtlichen Fachkräften rund 1.000 Ehrenamtliche in den Orts- und Kreisverbänden für den Kinderschutz in Schleswig-Holstein – auch im Bereich Früher Hilfen.

Frühe Hilfen sind mit dem neuen Bundeskinderschutzgesetz, das am 01.01.2012 in Kraft getreten ist, gestärkt worden. Sie umfassen lokale und regionale Hilfsnetzwerke mit koordinierten Angeboten für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren mit einem Schwerpunkt auf der Altersgruppe der 0- bis 3-Jährigen. Der Kinderschutzbund in Schleswig-Holstein ist bereits seit dem Jahr 2000 im Bereich der Frühen Hilfen aktiv. Dazu gehören auch die bei der Podiumsdiskussion thematisierten Projekte „Von Anfang an - Frühe Hilfen für Familien“ und „Gaarden 1-2-3“. Ersteres ist ein regional an drei Kinderhäuser angegliedertes Projekt, in dem Familienhebammen, Sozialpädagogen und Familienpaten gemeinsam Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern unterstützen. Das vom Sozialministerium Schleswig-Holstein geförderte Projekt „Gaarden 1-2-3“ ist eine interdisziplinäre Hilfe für Kinder von ein bis drei Jahren, die in belasteten Familien aufwachsen. Dabei arbeiten eine Kinderärztin, ein Heilpädagoge, eine Familien- und Kinderkrankenpflegerin und eine Diplom-Psychologin zusammen, um über einen längeren Zeitraum hinweg die Kinder und ihr gesundes Aufwachsen zu fördern, sowie die Eltern in ihrer Kompetenz und der Eltern-Kind-Beziehung zu stärken.
Außerdem werden rund 220 Kinder unter 3 Jahren in den Kinderhäusern und Kindertageseinrichtungen des DKSB betreut oder in anderen Hilfsprojekten erreicht. Die Arbeit der 28 Orts- und Kreisverbände ist vielfältig und reicht von hauptamtlicher Arbeit bis hin zu qualifizierten ehrenamtlichen Unterstützungsangeboten.

Der aktuelle Vorstand des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein:
Landesvorsitzende: Irene Johns
stellv. Landesvorsitzende: Bernd Heinemann, Ingo Loeding
Schatzmeister: Hans-Joachim Gorsulowsky
Schriftführerin: Regina Müller-Kronbügel
Beisitzer: Roland Greykowski, Nicola Leuschner, Martin Liegmann, Friedrich Theurer



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