02.05.2016 10:52

Frühe Hilfen und Kinderschutz im Gesundheitswesen

BAD SEGEBERG/KIEL Über 100 Fachleute aus dem Gesundheitswesen wie Gynäkologen und Kinder- und Jugendärzte, Logopäden und Ergotherapeuten, Fachkräfte aus der Kinderkrankenpflege und Kinder- und Jugendhilfe folgten am Sonnabend (30.04.2016) der Einladung zum Fachtag „Frühe Hilfen und Kinderschutz im Gesundheitswesen“. Der Deutsche Kinderschutzbund Schleswig-Holstein führte die Veranstaltung in Kooperation mit der Ärztekammer Schleswig-Holstein und der AG Frühförderung und mit Förderung durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein in der Akademie der Ärztekammer durch. Der Fachtag knüpft an die in 2014 aufgebaute Kooperation in Bad Segeberg mit der Ärztekammer an mit dem Ziel, Fachkräften aus dem Gesundheitswesen, insbesondere Kinder-und Jugendärzten, Wissen und Handlungskompetenz im Bereich Frühe Hilfen und Kinderschutz zu vermitteln, da sie eine besondere Rolle vor allem bei der Förderung und dem Schutz von Kindern im Alter von 0-3 Jahren übernehmen.

„Familien mit kleinen Kindern haben oft ein gutes Vertrauensverhältnis zum Kinderarzt oder Kinderärztin. Daher ist es so wichtig, dass diese Fachleute besonders sensibilisiert sind, möglichen Hilfebedarf zu erkennen und entsprechend zu handeln“, erklärte Susanne Günther, Landesgeschäftsführerin des Kinderschutzbundes. „Aus der Netzwerkarbeit wissen wir, dass den Fachkräften im Gesundheitswesen ihre ‚Türöffner‘-Funktion insbesondere auch im Bereich der Frühen Hilfen bewusst ist. Der Fachtag bietet viele Informationen und konkrete Beispiele, welche Vorgehensweise sich für den Schutz des Kindes bewährt hat und welche Beratungs- und Unterstützungsangebote die Fachleute dabei in Anspruch nehmen können“, erläutert Susanne Günther. Die Fachtagung war restlos ausgebucht.

In der Ärzteschaft genießt der Schutz von Kindern schon lange ein besonderes Augenmerk. Für den Präsidenten der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Franz-Joseph Bartmann, bot sich daher die Vertretung der Ärztinnen und Ärzte als Kooperationspartner für eine solche landesweite Fachtagung an. „Was für viele Bereiche des Gesundheitswesens gilt, trifft bei den Anstrengungen für den Kinderschutz ganz besonders zu: Nur gemeinsam können die Akteure unterschiedlicher Professionen den kleinen Patientinnen und Patienten den Schutz zusichern, den sie für ihre kindgerechte Entwicklung brauchen“, so Bartmann. „Das große Interesse an dieser Fachveranstaltung unterstreicht, dass wir hier über Berufsgrenzen hinweg auf dem richtigen Weg sind.“

Dethleff Banthien, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Frühförderung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, begrüßt die Durchführung von interdisziplinären Veranstaltungen zu Inhalten und Umsetzung des Kinderschutzgesetzes: „Die Kommunikation und Kooperation zwischen den Aktiven im Gesundheitswesen muss angebahnt und geübt werden. Vor allem aber muss der rechtliche Rahmen im Spannungsfeld zwischen Handlungsfähigkeit zum Schutz der Kinder und Schutz der Persönlichkeitsrechte von Kindern und Familien genau ausgeleuchtet werden. Nur so kann das Vertrauen der Familien in die Angebote des Gesundheitswesens und damit der Zugang zu diesen Familien erhalten werden.“



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