20.05.2014 14:06

Frühe Hilfen

Kinderschutzbund fordert Rechtsanspruch auf Frühe Hilfen

Kiel. Der Deutsche Kinderschutzbund fordert einen allgemeinen Rechtsanspruch auf Frühe Hilfen. „Weil in Deutschland zur Zeit leider Qualität und Umfang von Hilfen davon abhängen, wo Kinder geboren werden und leben“, erklärt Irene Johns, Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes in Schleswig-Holstein. Dies sei aus Sicht des Kinderschutzbundes in keiner Weise akzeptabel und gewähre nicht die vom Grundgesetz verlangte Gleichheit der Lebensverhältnisse. Die Bundesmitgliederversammlung des Deutschen Kinderschutzbundes am 17.Mai 2014 hat daher im Rahmen der Kinderschutztage in Köln eine Resolution zur Etablierung des Rechtsanspruchs auf Frühe Hilfen beschlossen und sieht den Gesetzgeber in der Pflicht, tätig zu werden. „Wir fordern insbesondere die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für diesen Rechtanspruch einzusetzen“, so Irene Johns weiter.

Das Bundeskinderschutzgesetz von 2012 hat zwar die Hilfen in der frühen Kindheit als Soll-Vorschrift für alle Kommunen formuliert, dies greift nach Ansicht des Kinderschutzbundes aber zu kurz: „Wir fordern eine stärkere Verankerung der Frühen Hilfen durch Konkretisierung der Leistungen und durch Schaffung individueller Rechtsansprüche“, erläutert die Landesvorsitzende.

Der Kinderschutzbund will mit dieser konkreten Forderung und einer damit einhergehenden Reform von SGB V und SGB VIII einer Entwicklung begegnen, die in Deutschland trotz aller Bemühungen um Frühe Hilfen festzustellen ist: „Auch in Schleswig-Holstein müssen Städte und Gemeinden trotz ihrer Finanzsituation in der Lage und willens sein, den dort lebenden Kindern und ihren Eltern die präventiven und leicht erreichbaren Angebote und Hilfen zur Verfügung zu stellen, die sie dringend benötigen. Eine frühe Förderung und Unterstützung ist absolut notwendig, bevor die Probleme zu groß werden“, betont Irene Johns. „Die zunehmende Anzahl von Inobhutnahmen bereitet uns Sorgen.“

Der Kinderschutzbund macht mit seinen Projekten in Schleswig-Holstein gute Erfahrungen mit den Frühen Hilfen. „Deswegen fordern wir, dass die politischen Akteure nun Gesetze verabschieden, die der frühzeitigen Förderung einer gesunden Entwicklung von Kindern dienen und verbindliche Rahmenbedingungen schaffen, wobei eine Chancengerechtigkeit unabhängig von der sozialen Herkunft und dem Wohnort notwendig ist“, führt Irene Johns aus.



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