13.11.2017 13:41

Eröffnung Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg

Ab jetzt kommt die Hilfe zum Kind: Kurze Beine - kurze Wege

 

KIEL/BAD SEGEBERG/NEUSTADT Mit einer Feierstunde zur Eröffnung wurde heute (13.11.2017) die Gründung des vierten Kinderschutz-Zentrums in Schleswig-Holstein gewürdigt. Mit dem Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg wird der Kinderschutz in zwei benachbarten Kreisen des Landes deutlich gestärkt: bei Gewalt gegen Kinder wird an zwölf Standorten wohnortnah Hilfe, Beratung, Diagnostik und Therapie für Kinder und Jugendliche, Eltern sowie Beratung für Fachleute in Kita, Schule etc. angeboten. Das Kinderschutz-Zen-trum Ostholstein-Segeberg geht hervor aus den Fachberatungsstellen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Kreisverband Ostholstein und der Deutscher Kinderschutzbund Segeberg gGmbH des DKSB Landesverband Schleswig-Holstein.

„Kinderschutz-Zentren sind Facheinrichtungen für Fragen der Gewalt gegen Kinder - bei sexuellem Missbrauch, Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung. Betroffene Kinder befinden sich in einer oft existenziellen Notlage, in der es auf fachkundiges und umsichtiges Handeln seitens der Helfenden ankommt. Und diese fachliche Hilfe muss erreichbar sein. Deswegen war es uns wichtig, die vorhandenen Fachberatungsstellen zu einem gemeinsamen Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg auszubauen und damit die Hilfeangebote für betroffene Kinder in dieser Region zu stärken. Wir freuen uns, dass es uns in gemeinsamer Anstrengung mit dem Land, den Kreisen Ostholstein und Segeberg und der Bundesarbeitsgemeinschaft Die Kinderschutz-Zentren gelungen ist, heute das Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg feierlich zu eröffnen. Herzlichen Dank! Es ist ein besonders schöner und bedeutsamer Tag für den Kinderschutz in Schleswig-Holstein“, sagte Irene Johns, Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes in Schleswig-Holstein.

Das vierte Kinderschutz-Zentrum in Schleswig-Holstein ist wie die anderen drei mit den Standorten Kiel (Träger Deutscher Kinderschutzbund Kiel), Lübeck (Träger Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein) und Westküste/Heide (Träger Diakonie Husum) Mitglied in der renommierten Bundesarbeitsgemeinschaft Die Kinderschutz-Zentren. Träger des Kinderschutz-Zentrums Ostholstein-Segeberg sind gleichberechtigt der DKSB Kreisverband Ostholstein in Kooperation mit dem Ortsverband Heiligenhafen, die DKSB Segeberg gGmbH und der DKSB Landesverband Schleswig-Holstein.

Jugend- und Familienminister Dr. Heiner Garg betont: „Wir wollen dort helfen, wo konkrete Hilfe benötigt wird. Mit dem Zentrum und den Projekten wird der Kinderschutz dort gestärkt, wo Bedarfe und Herausforderungen existieren und Hilfe erwartet wird – bei den Trägern, Einrichtungen und Diensten der Jugendhilfe auf lokaler und regionaler Ebene. Dies ist ein wichtiger Schritt für besseren und vor allem wirksameren Kinderschutz. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten unterschiedlicher Professionen, die sich hier gemeinsam engagieren!“

Mit den Standorten in Bad Schwartau, Burg a. Fehmarn, Heiligenhafen, Malente, Neustadt sowie Oldenburg (Kreis Ostholstein) und Bad Bramstedt, Bad Segeberg, Bornhöved, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen und Trappenkamp (Kreis Segeberg) ist sichergestellt, dass Kinder und ihre Familien sowie Fachkräfte und andere Erwachsene, die mit Kindern zu tun haben, bei Kindesmisshandlung, sexuellem Missbrauch oder Vernachlässigung die angebotene Hilfe oder Unterstützung auch in Anspruch nehmen können. Denn in beiden Kreisen kann es eine Herausforderung darstellen ohne eigenen Pkw, aber mit angemessenem Zeitaufwand von einem Ort zum nächsten zu gelangen. Darüber hinaus kann eine noch engere Netzwerkarbeit zur Verknüpfung mit weiteren Hilfsangeboten vor Ort geleistet werden. Denn häufig sind die betroffenen Kinder mit ihren Familien auch mit weiteren Problemlagen konfrontiert.

Der Landrat des Kreises Ostholstein, Reinhard Sager, erklärte: „Kinder und Jugendliche in Ostholstein, die sich aufgrund von Gewalterfahrungen in einer extremen Notsituation befinden, benötigen ein fachkundiges Helfersystem und Hilfe, die sich in ihrem Sozialraum befindet und erreichbar ist. Hierzu gehört auch, dass im ländlichen Raum Kinderschutzproblematiken thematisiert werden und Hilfemaßnahmen für alle Betroffenen besser verfügbar sein müssen. Mit diesem Kinderschutz-Zentrum wird der Kinderschutz in Ostholstein fachlich noch qualifizierter aufgestellt und eine wichtige Versorgungslücke geschlossen."

Der Landrat des Kreises Segeberg, Jan Peter Schröder, erklärte: „Das Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg wird ein wertvoller Kooperationspartner für die dezentralen Beratungsstandorte des Jugendamtes im Kreis Segeberg sein.“

„Von Gewalt betroffene Kinder in beiden Kreisen werden von den gemeinsamen Anstrengungen für das Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg von Kinderschutzbund, Politik und Verwaltung profitieren“, sind auch Martin Liegmann, Geschäftsführer des DKSB Kreisverbandes Ostholstein, Lars Petersen, Geschäftsführer der DKSB Segeberg gGmbH und Susanne Günther, Geschäftsführerin des DKSB Landesverbandes Schleswig-Holstein, überzeugt. In Ostholstein kann nun auch das Kreisgebiet nördlich von Neustadt bis nach Fehmarn durch die neuen Standorte versorgt werden. Im Kreis Segeberg kann ab sofort in allen Fällen von Gewalt gegen Kinder – nicht nur bei sexueller Gewalt – geholfen werden. Somit wird das Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg mit seinem Konzept in beiden Kreisen nach den Qualitätsrichtlinien der Bundesarbeitsgemeinschaft Die Kinderschutz-Zentren (BAG) Hilfe, Beratung, Diagnostik und Therapie für alle Gefährdungslagen – körperliche und sexuelle Gewalt sowie Vernachlässigung – und eine bedarfsgerechte Verfügbarkeit durch die elf Standorte bieten. Vor allem in Krisenfällen, wenn Kinder akut von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung bedroht oder betroffen sind, werden die neuen Möglichkeiten für Hilfesuchende von großer Bedeutung sein.

Arthur Kröhnert, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Die Kinderschutz-Zentren, sagte: „Es freut mich sehr, dass ein vierjähriger Planungs- und Entwicklungsprozess heute abgeschlossen wird, und wir mit dem vierten Kinderschutz-Zentrum in Schleswig-Holstein den Kinderschutz im ländlichen Raum stärken werden. Davon werden auf Dauer nicht nur Kinder, Jugendliche und Eltern in den beiden Kreisen profitieren! Das innovative und zukunftsorientierte Arbeitskonzept des Kinderschutz-Zentrums Ostholstein-Segeberg wird sich zu einer Modelleinrichtung entwickeln, die weit über die Region hinaus für den Kinderschutz von Bedeutung sein wird.“

 

Auf kinderschutz-zentrum-ohse.de sind alle Kontaktdaten zum Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg aufgeführt. Dort können Sie sich auch den Info-Film ansehen.


Jan Peter Schröder, Reinhard Sager, Irene Johns, Martin Liegmann, Lars Petersen, Susanne Günther, Arthur Kröhnert, Dr. Silke Duda, Silke Krause, Silke Ohrtmann (von links)

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